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Aussteiger, Backpacker, Veganer und Autark leben: Praktische Apps

Als Aussteiger und Reisender habe ich in in den letzten Jahren die ein oder andere interessante Android App gesehen und die, aus meiner Sicht sinnvollsten, möchte ich hier mit euch teilen. Viele der Apps sind gratis. Einige kosten ein paar Euros. Möglicherweise gibt es für andere Plattformen ähnliche Apps, darauf gehe ich hier aber nicht ein.

Auto, Camper, Wohnmobil und Verkehr

Blitzer.de PLUS: der Klassiker, wenn es darum geht, im In- und Ausland – besonders auf lange Reisen – sicher zu fahren. Die App warnt neben Stationären- und Mobilen Blitzern (in einigen Länder hat der Gesetzgeber ein Problem damit) auch vor Baustellen, Unfällen, Glatteis und anderen Gefahren.

OsmAnd — Offline Travel Maps & Navigation: kostenlose Google Maps Alternative mit offline Karten. Die App selber ist gratis und die ersten sechs offline Karten ebenfalls.

promobil Stellplatz-Radar: diese App enthält für Camper/Wohnmobile interessante Stellplätze im In- und Ausland. Viele davon sind kostenlos und echte Juwelen. Die online Funktion ist gratis, für die offline Version verlangt der Entwickler einen jährlichen Betrag.

Pflanzen, Pilze & Permakultur

Plantassoc – companion planting: besonders für diejenigen die einen Bio- oder Permakulturgarten pflegen ist diese kostenlose App interessant. Man kann eine Pflanzen auswählen und bekommt dann angezeigt, welche anderen Pflanzen daneben gepflanzt werden können (companion planting) bzw. welche Kombinationen vermieden werden sollten. So können sich die Pflanzen gegenseitig hinsichtlich Schädlingsabwehr und Nährstoffaustausch perfekt unterstützen.

Mushroom Identify – Automatic picture recognition: Gratis app die bei der Identifikation von Pilzen hilft.

PlantNet Plant Identification: App zum bestimmen von Pflanzen anhand der Blätter, Blüten und anderen Eigenschaften. Gut zum Sammeln von Kräutern und essbaren Wildpflanzen.

Vegetarisch & Vegan Essen

HappyCow: Als Vegetarier (und später Veganer) ist das definitiv einer meiner Lieblings Apps. Im Grunde handelt es sich um einen Restaurantführer für Veggy-freundliche Establishments wie Restaurants und Bio-Läden. Mit Umkreissuche und Routenplaner.

Vegan Passport: Ebenfalls für Veganer geeignet handelt es sich beim Vegan Passport um eine App, die auf allen erdenklichen Sprachen (einschließlich bildlich) die Vegane Ernährungsweise erklärt. So kann man sich sehr einfach auch im Ausland Kellnern und Köchen gegenüber artikulieren.

Kommunikation und Sprache

Duolingo: Der klassiker, wenn es darum geht neue Sprachen zu lernen. Im Gegensatz zu Babbel gefällt mir der spielerische Ansatz. Statt stur zu pauken, ist das Training wie kleine Spiele aufgebaut, was das ganze etwas kurzweiliger und motivierender macht.

Picture Dictionary: Eine kostenlose App die statt Wörtern Bilder verwendet. So kann man sich unabhängig von der Sprache zumindest grundlegend durchschlagen. Enthalten sind zum Beispiel Bilder für Notfälle, Essen, Verkehr etc.

Radio Online: Gratis App um internationale Radiosender via Internet zu hören. Damit eröffnen sich einem ganz neue Welten was Musik angeht. Zudem interessant, wenn man eine andere Sprache lernen und im Hintergrund die lokalen Sender hören möchte.

Privatsphäre und Sicherheit

Brave Browser: die meisten Webbrowser für Android kommen leider nicht mit einem Werbeblocker oder der Möglichkeit solche als Erweiterung hinzuzufügen. Brave kommt bereits von Haus aus mit einem Werbeblocker und weiteren nützlichen Funktionen zum Schutz der Privatsphäre. Da Brave auf Webkit basiert, verhält er sich fast identisch zu Googles Chrome.

SAFE: eine gratis App die das Handy schnell und einfach auf Sicherheitsprobleme untersucht und Empfehlungen zum Beheben gibt.

Sicherheit, Notfälle und Überleben

Medical ID (Free): In Case of Emergency: eine Art digitale Notfall-Karte. Man kann darin wichtige Informationen wie Adresse, Blutgruppe, Organspende-Status etc. eintragen. In einem Notfall können Ersthelfer darauf auch ohne PIN zugreifen. Sehr gut geeignet für Menschen die alleine verreisen.

SOS Emergency App: Ähnlich zur vorherigen App. Allerdings bietet diese App ergänze Funktionen wie zum Beispiel die automatische Benachrichtigung von Angehörigen. Es können sogar automatisch permanent GPS Koordinaten an einen Kontakt gesendet werden. Vor allem schätze ich an der App, dass sie das aktuelle Land erkennt und im Notfall sofort die lokalen Notrufnummern anzeigt.

WikiMed – Offline Medical Wikipedia: vereinfacht gesagt handelt es sich hierbei um ein offline Wikipedia für Medizinische Fragen. Sehr hilfreich, wenn man medizinische Probleme hat und sich abseits von Ärzten und Internet befindet.

Radioactivity Counter: hierbei handelt es sich um einen geigerzähler für Mobiltelefone der Alpha- und Betastrahlung erfassen kann (leider keine Gammastrahlung). Hierzu muß lediglich die Handy-Kamera mit einem schwarzen Isolierband abgeklebt und die App kalibriert werden.

Offline Survival Manual: ein kostenloses offline Überlebenshandbuch für die Hosentasche. Enthält hilfreiche Anleitungen zu Themen wie Navigation in der Wildnis, Feuer machen, Unterkünfte bauen etc.

Disaster Alert: diese App warnt vor Katastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Tsunamis uvm in Echtzeit.

 

reGaia Connect – der erste Monat in Zahlen

Es sind nun weitere drei Wochen seit dem letzten Beitrag unserer Reihe „re:Gaia Connect in Zahlen“ vergangen und wir möchten euch ein kleines Update zum ersten Monat in der öffentlichen Beta Phase geben.

Nachdem ersten Monat können wir mit großer Freude auf folgende Zahlen blicken: 192 registrierte Benutzer haben 61 Inserate eingestellt. Die Inserate wurden insgesamt 9512 Mal betrachtet.

15.719 individuelle Besucher haben über 37 GB Datenverkehr generiert. Den vorherigen Rekord von maximal 1161 Besuchern an einem Tag konnten wir mit aktuell 1369 Besuchern knapp übertreffen.

Die Domain Authority ist von 10 auf 11 gestiegen und die Backlinks haben sich von 122 auf 226 fast verdoppelt.

Auf Facebook hat die re:Gaia Seite inzwischen über 500 Followers.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen unseren Besuchern, Inserenten und vor allem bei allen die uns direkt unterstützen! <3

 

Freiheit, Zensur und Privatsphäre: Facebook, WhatsApp & Co. (Teil 2)

Im ersten Teil unserer Blog-Reihe „Freiheit, Zensur und Privatsphäre“ haben wir die Probleme mit Facebook, WhatsApp und Google geschildert und einige interessante Alternativen genannt. In diesem zweiten Teil möchten wir darauf eingehen, wie uns als re:Gaia-Team die zunehmende Internet-Zensur betrifft und welche Maßnahmen wir dagegen getroffen haben.

Die Woche hat damit begonnen, dass Facebook mehrere Seiten unangekündigt gelöscht hat. Viele davon hatten mehrere hunderttausend Followers. Einige davon sogar mehrere Millionen. Eine dieser Seiten wurde von einem US Air-Force Veteran betrieben, der im Einsatz beide Beine und seine rechte Hand verlor – also ein Invalider. Die Seite die er betrieb, hatte über drei Millionen Followers. Wir sind ja inzwischen schon einiges von Facebooks Willkür beim löschen/sperren von Menschen mit unerwünschten Meinung gewohnt. Was diesen Fall hier aber so besonders macht ist der Umstand, dass der Betreiber über die letzten Jahre mehr als 300.000 USD Dollar für Werbung auf Facebook bezahlt hat.

Es ist also davon auszugehen, dass die Inhalte der Seite jahrelang vom Facebook Team manuell überprüft wurden – eine Anforderung, wenn man auf Facebook gesponserte, also bezahlte Beiträge, bewerben möchte. Laut dem Betreiber wurde nicht ein einziger Beitrag seiner Seite je vom Facebook-Team beanstandet. Die eigentliche Frechheit ist hier aber, dass ein Mensch sich ein ehrliches online-Einkommen aufbaut um seine Familie zu ernähren, es Jahrelang pflegt, bezahlte Werbung schaltet um die Reichweite zu erhöhen und diese dann plötzlich und ohne Vorwarnung von Facebook grundlos gelöscht wird. Somit ist ein ganzes Geschäft und Einkommen von Heute auf Morgen weg, kaputt und ausradiert. Eine Situation, in die sich sicher keiner gerne begeben möchte.

Ironischerweise ist etwas ähnliches einem unserer Facebook-Admins der „Project re:Gaia“ Seite ebenfalls passiert. Nach dem teilen eines re:Gaia Connect Inserates und eines re:Gaia Blog-Posts wurde der Account ohne Vorwarnung von Facebook gesperrt. Glücklicherweise haben wir noch mehrere Admins die die Seiten und Gruppen betreuen. Wir müssen aber jeden Tag damit rechnen, dass unsere Accounts, Gruppen und Seiten von Facebook gelöscht werden. Aus diesem Grund bieten wir auch alternative Gruppen/Seiten auf lovestorm-people und VK an.

WhatsApp – eine Facebook Tochter, hat diese Woche hunderttausende WhatsApp Konten gesperrt. Das ist in sofern eine große Sache, als dass es sich bei WhatsApp um einen Messenger und keine öffentliche, soziale Plattform handelt. Benutzer haben nun also zu befürchten, dass nicht nur ihr Facebook-Konto sondern auch das WhatsApp Konto gesperrt werden. Kein Wunder also, dass WhatsApp Alternativen wie Signal so viel Zulauf erleben wie noch nie.

Zwar sind wir keine gewinnorientierte Organisation die einen finanziellen Schaden von Zensur tragen würde, allerdings hat jeder Content den wir generieren, sei es Videos, Blog Posts oder einfach nur Beiträge auf unseren Webseiten, einen Wert. Es erfordert Zeit und Arbeit Content zu generieren und logischerweise ist das Ziel, den Content so weit als möglich zu verbreiten und eine möglichst große Reichweite zu generieren. Wenn wir nun also aufwendig Content erstellen und wir nicht abschätzen können, ob und wann der Content willkürlich gelöscht wird, ist das für uns ein (geschäftliches) Risiko. Vereinfacht lässt es sich damit vergleichen, als ob man als Firmengründer sein Geschäft in einem Land aufbauen möchte, in dem der Staat jederzeit und willkürlich die Firma und alle Gewinne enteignen kann. (Randbemerkung: Deutschland liegt heute beim globalen Politischen-Stabilitäts-Index auf Platz 54; verglichen mit Platz 16 im Jahre 1996). Deswegen prüfen wir auch stetig neue Alternativen. Statt Youtube verwenden wir Vimeo. Allerdings haben wir auch schon komplett zensur-freie Plattformen wie Bitchute im Auge.

Neben der privaten Zensur der Sozialen Netzwerke kommt inzwischen auch die Staatliche Zensur offensichtlich wieder in Mode. Die Vergangenheit wiederholt sich eben doch so oft, bis wir es endlich lernen. Die neuen, äußerst umstrittenen EU Copyright Gesetze würden unsere Plattform nach ersten Einschätzungen auch betreffen. Wir wären gezwungen, alle Benutzer-Uploads zu moderieren und würden für mögliche Copyright-Verletzungen haftbar gemacht werden. Zudem wären wir gezwungen, vollständige Datensätze unserer Benutzer zu erheben um Regierungsorganisationen mögliche Ermittlungen zu erleichtern. Selbstverständlich ist das für uns absolut inakzeptabel. Wir beschränken uns bei allen unseren Plattformen auf die nötigsten Daten (Username, eMail, Passwort). Wir fördern aktiv Anonymität, Privatsphäre und einen freien Ideenaustausch.

Zu den neuen EU Copyright-Gesetzen kommt auch noch das leidige Thema „Hatespeech„. Ein Begriff, der nicht genau definiert ist und deswegen praktisch unbegrenzten Spielraum erlaubt, wenn es darum geht, ob Beiträge gelöscht werden müssen oder sogar strafbar sind. Das geht sogar so weit, dass die Britische Polizei dazu aufruft, nicht-strafbare, „offensive“ Inhalte wie Kommentare in Sozialen Medien, bei der Polizei zu melden [2].

Um diese Risiken zu minimieren, haben wir zum Beispiel schon in der Alpha-Phase der re:Gaia Connect Entwicklung unsere wichtigsten Server von den Niederlanden in die USA repliziert. (Dank Reverse-Proxy mit Geo-caching ist davon aber hinsichtlich der Geschwindigkeit wenig zu merken). Somit stellen wir sicher, dass unsere re:Gaia Projekte von der Willkür und Tyrannei der Internet-Monopole und Regierungen geschützt sind.

Wir empfehlen unseren Besuchern nachdrücklich, sich mit den Alternativen zu Facebook, Google, WhatsApp und Co. auseinanderzusetzen, sofern sie auch weiterhin auf eine breite Palette von Informationen und Ideen Zugriff haben möchten.

re:Gaia Connect – Benutzerdefinierte Suchen und Inserate abonnieren

In diesem Beitrag möchten wir Euch zwei Möglichkeiten vorstellen, wie ihr noch einfacher auf dem neusten Stand über die Inserate auf re:Gaia Connect bleiben könnt.
Die erste Möglichkeit sind Abonnierte Suchen. Damit könnt ihr euch eine Suche mit selbst-definierten Kriterien erstellen, die euch bei neuen Inseraten zum Thema per eMail benachrichtigt. Bei dieser Methode werdet ihr lediglich über neue Inserate informiert, die unter die definierten Kriterien fallen.

Bei der zweiten Möglichkeit handelt es sich um einen RSS Feed der mit einem entsprechenden Programm wie zum Beispiel Mozilla Thunderbird abonniert werden kann. Diese Methode stellt alle Inserate ungefiltert bereit.

Suche Abonnieren

Um eine Suche zu abonnieren, sind die folgenden Schritte nötig:

  1. Wähle die Kategorie, für die du eMail-Benachrichtigungen erhalten möchtest. Zum Beispiel „Gemeinschaften“
  2. In der linken Seitenleiste unter „Erweiterte Suche“ kann du nun die gewünschten Filter auswählen. Zum Beispiel nur Inserate aus Spanien, die ein Bild haben und als primäre Sprache deutsch beinhalten
  3. Anschließend musst du einmal auf den „Suchen“ Button und danach auf „Suche Abonnieren“ klicken. Damit ist die Suche ab sofort abonniert
  4. Wenn ein neues Inserat auf re:Gaia Connect eingestellt wird, welches den Kriterien (Kategorie Gemeinschaft, in Spanien, mit Bild und in deutsch) entspricht, erhälst du am Ende des Tages eine eMail mit allen zutreffenden Inseraten
  5. Es können bis zu zehn Suchen abonniert werden. Abonnierte Suchen können in den Konto-Einstellungen unter „Benachrichtigungen“ gelöscht werden: https://connect.regaia.org/user/alerts

Inserate via RSS Feed abonnieren

Um über alle Inserate via RSS Feed auf dem Laufenden zu bleiben, wird ein RSS Client benötigt. Im Internet gibt es viele kostenlose Programme dafür. Eines davon ist zum Beispiel Mozilla Thunderbird. Eine vollständige Anleitung für Mozilla Thunderbird ist hier zu finden.

  1. RSS Client wie z.B. Thunderbird starten
  2. Einen neuen RSS Account anlegen und einen Namen vergeben, zum Beispiel „reGaia“
  3. Den neuen RSS Account auswählen und „Abonnements verwalten“ auswählen
  4. Die folgende URL bei Feed-URL angeben: https://connect.regaia.org/feed
  5. Als Intervall sind 60-120 Minuten angemessen
  6. Jetzt ist links im Menü der reGaia RSS-Feed mit den neusten Inseraten mit Vorschau-Bildern und Texten zu sehen. Sobald neue Inserate auf re:Gaia Connect eingestellt werden, erscheinen sie innerhalb von 1-2 Stunden (je nach Einstellung) automatisch im RSS Reader

reGaia Connect – die erste Woche in Zahlen

Die erste Woche der öffentlichen Beta Phase von re:Gaia Connect liegt hinter uns. Das haben wir zum Anlass genommen, um mit Euch die Zahlen der ersten Woche zu teilen.

Unser Ziel für die erste Woche waren 25 registrierte Benutzer und fünf Inserate. Also fünf neue Benutzer pro Werktag und eine Verhältnis von 1:5 – also ein Inserat pro fünf Benutzer. Vorweg können wir mit Freude berichten, dass wir diese Zahlen nicht nur erreicht sondern weit übertroffen haben.

Nach der ersten Woche konnten wir 102 Benutzer-Registrierungen verzeichnen. Damit liegen wir 400% über unserem Ziel.

Im Gegensatz dazu lagen die eingestellten Inserate mit gut 35 ebenfalls weit über unserem Ziel. Das Verhältnis liegt damit bei ca. 1:3 – sehr zu unserer Freude!

Die Inserate wurden insgesamt 4376 Mal besucht. Die meisten davon im Bereich Autarke Gemeinschaften und Permakultur-Projekte.

Aus Netzwerksicht haben wir folgende Daten:

4403 eindeutige Besucher haben 5,94 GB Traffic generiert. Dabei lag der Höchstwert bei 1161 an einem Tag. Kein Tag hatte weniger als 578 Besucher.

Die meisten Besucher (die Tracking aktiviert haben), kommen wie erwartet aus West-Europa mit einem leichten Trend in Richtung Ost-Europa.

Daneben ist die Domain Authority von 0 auf 10 gestiegen und die Anzahl der Backlinks von 0 auf 122 – definitiv die Früchte unser ständigen Bemühungen, relevante Benutzer auf die Seite zu ziehen. Übrigens, wer eine relevante Website betreibt und uns verlinken möchte darf das gerne machen.

 

Wir sind der Meinung, dass diese Zahlen sich nach der ersten Woche definitiv sehen lassen können und wir bedanken uns bei allen Menschen, die sich auf dieser Plattform registrieren, Inserate einstellen und uns unterstützen – ohne Euch wäre dieses wunderbare Projekt nicht möglich! :D

Im Hintergrund arbeiten wir Vollzeit daran, die Seite zu verbessern und die Reichweite zu erhöhen. Zudem ist re:Gaia Connect lediglich eines von mehreren Projekten die wir euch in den nächsten Monaten vorstellen werden – es bleibt also spannend!

Hier geht es zum nächsten Artikel der Reihe re:Gaia in Zahlen.

Freiheit, Zensur und Privatsphäre: De-Google & Co. (Teil 1)

Wir vom re:Gaia-Team legen besonderen Wert auf Privatsphäre, Datenschutz und das Recht auf freien, unzensierten Meinungsaustausch. Wir sind der Meinung, dass sich gute Ideen nur durch offene und ungehemmte Kommunikation vollständig entfalten können.

Viele Internetdienstleister sind allerdings einer inakzeptablen Sammelwut von Benutzerdaten sowie einer inzwischen großflächigen Zensur verfallen. Wir möchten uns deswegen im folgenden den möglichen Alternativen widmen und praktische Beispiele nennen, wie man sich wieder ein großes Stück Freiheit im Internet zurückholen kann.

Das Internet Heute: Soziale Netzwerke werden zensiert [2] [3], es wird mitgelesen, mitgehört und die Rechte an privatem Eigentum wie Bilder und Videos treten wir mit akzeptieren der AGBs ab. Messenger wie zum Beispiel WhatsApp lesen und hören Nachrichten mit, belauschen Gespräche über das Mikrofon und haben gelegentlich auch noch massive Probleme mit Datendiebstahl [2] [3]. Alle diese Dienste verkaufen und benutzen unsere Daten zu Werbezwecken. Mit den Suchmaschinen und den E-Mail Anbietern sieht es leider auch nicht besser aus. Selbst unsere Smartphones und Autos sind nicht mehr sicher vor der Datensammelwut der Giganten aus Silicon Valley. Einige machen nicht einmal mehr ein Geheimnis aus ihre Absichten (zumindest nicht-öffentlich).

Man hört davon, man liest davon, man weiß es. Aber irgendwie macht man immer weiter mit diesen Diensten. Erst nach mehreren Erlebnissen wie diesen haben wir verstanden, wie weit es in Wahrheit schon gekommen ist. Wir sprechen im Haus über einen Artikel und am nächsten Tag bekommen wir Werbung über genau diese Dinge über die wir am Vortag gesprochen haben. Das war für uns der Anlass, endlich zu verstehen das diese Dienste alles andere als gut für uns sind. Diese Eingriffe in unsere Privatsphäre sind einfach nicht mehr zumutbar.

Wir versuchen deswegen so gut es geht diese Firmen und ihre Produkte zu meiden. Dazu arbeiten wir auf allen reGaia Plattformen u.a. fast ausschließlich mit Open Source Software. Statt Google Maps setzen wir auf OpenStreetMaps. Google Mail haben wir durch privates Mail Hosting oder Protonmail ersetzt. Unsere Videos hosten wir primär auf Vimeo und wir prüfen gerade, auf welchen alternativen Plattformen wir unser Social Media Engagement sinnvoll ausweiten können.

Im folgenden haben wir eine Liste mit den uns bekannten und empfehlenswerten Alternativen aufgeführt. Weitere Informationen gibt es hier, hier und hier.

Social Media

  1. autarkbook: Privates & freies soziales Netzwerk ohne Zensur und ohne politischen Hintergrund
  2. lovestorm-people: Privates & freies soziales Netzwerk mit Fokus auf positive Vibes
  3. vk: russisches äquivalent zu Facebook. Zensurfrei
  4. Minds: Auf Krypto-basiertes, dezentralisiertes und zensurfreies Netzwerk
  5. Gab: Twitter alternative

Messenger

  1. Signal: WhatsApp alternative. Open Source und Fokus auf Verschlüsselung und Privatsphäre
  2. Proton Mail: Mail Hoster in der Schweiz (mit Schweizer Datenschutzgesetzen) mit einfacher Verschlüsselung

Suchmaschinen

  1. DuckDuckGo: Google alternative mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre. Zensurfrei
  2. Escosia: Google Alternative, basierend auf Bing, die mit den generierten Werbeeinnahmen Bäume pflanzt

Webbrowser

  1. Brave: Browser mit Fokus auf Privatsphäre. Eingebauter Werbeblocker. Open Source
  2. ungoogle Chromium: eine Open Source Version von Google Chrome – ohne die Google Komponenten

Das war der erste Teil unserer „Freiheit, Zensur und Privatsphäre“ Reihe. Zum zweiten Teil geht es hier.

Blockchain, Kryptowährung und Nachhaltiges-Leben (Teil 1: Crashkurs)

Inzwischen sind die Begriffe „Blockchain“, „Kryptowährung“ und „Bitcoin“ auch im Mainstream angekommen und mit Hinblick auf ein nachhaltiges und unabhängiges Leben, möchte ich in diesem Beitrag die aktuelle Situation, Vision und Möglichkeiten beleuchten.

Krypto-Crashkurs

Für alle die nicht oder nicht ausreichend mit dem Thema vertraut sind, möchte ich kurz über die Begriffe und das Konzept gehen.

Begriffe:

  1. Kryptowährung: ein digitales Zahlungsmittel das auf Kryptographie (Verschlüsselung) basiert. In den meisten Fällen (wie z.B. Bitcoin) ist das Ziel ein freier, internationaler Zahlungsverkehr. Daneben stehen oft auch Anonymität und Dezentralisierung im Fokus.
  2. Bitcoin: Bitcoin ist die erste und bekannteste Kryptowährung. Bitcoins können auf diversen Plattformen gekauft und gehandelt werden. Es ist auch möglich, Bitcoins zu minen – günstigen Strom und die entsprechende Hardware vorausgesetzt. Bitcoin ist dezentral, das bedeutet, dass es keine Banken oder Vermittler gibt. Benutzer können sich beliebig und anonym Wallets (Geldbörsen) generieren und damit unbeschränkt ganze oder anteilige Bitcoins versenden und empfangen.
  3. Blockchain: Die Blockchain ist vereinfacht gesagt, ein Transaktionsprotokoll in dem Bitcoin Transaktionen öffentlich dokumentiert werden. Technisch gesehen handelt es sich um eine Datenbank in Form einer Datei in der all jemals getätigten Bitcoin-Transaktionen unwideruflich dokumentiert werden. Die Blockchain wird kontinuierlich zwischen Bitcoin-Nodes synchronisiert um sicherzustellen, dass alle Nodes die selben Informationen haben. Die Blockchain ist das Herz von Bitcoin und durch ihre Dezentralisierung praktisch nicht aus dem Internet zu löschen oder zu zensieren.
  4. Fiat-Währung: Fiat Währungen haben keinen Wert an sich sondern repräsentieren einen Wert oder den Anspruch darauf. Dazu zählen zum Beispiel der Euro oder der US-Dollar. Die meisten Fiat-Währungen sind nicht (mehr) durch materielle Werte wie zum Beispiel Gold gedeckt und können deswegen unbeschränkt Gedruckt und vermehrt werden.

Bei der Kryptowährung geht es im Kern also darum, ein Geldsystem zu schaffen, welches unabhängig von Regierungen und Banken ist. Es ist z.B. (praktisch) nicht möglich, Bitcoin-Transaktionen zu zensieren, blockieren und oftmals sogar die Sender/Empfänger zu identifizieren. Folglich bringen Kryptowährungen wie Bitcoins den Benutzern viel Freiheiten. Aus diesem Grund sind viele Regierungen und Banken zumindest skeptisch gegenüber Krypowährungen und führen gerne eine erleichterte Geldwäsche, Drogenschmuggel oder Terrorismus als Kritikpunkt gegen Kryptowährungen ein.

Die Geschichte des Geldes

Um die Zukunft zu verstehen ist es wichtig, die Vergangenheit zu kennen. Wir beginnen dazu vor etwa 10.000 Jahren, als die Menschen noch in Gruppen, Stämmen und Großfamilien gelebt haben. Damals gab es vermutlich noch keinen Bedarf an Geld, da sich die Menschen innerhalb der Stämme und Gruppen gut kannten und Menschen bekanntlich von Natur aus kooperativ sind. So wurden Waren und Dienstleistungen einfach untereinander getauscht.

Ein wichtiger Aspekt beim Tauschhandel ist das Vertrauen. In einer Gruppe von Menschen die vielleicht 50 bis 200 Individuen umfasst, funktioniert Vertrauen als Fundament recht gut. Die Gruppe korrigiert das Fehlverhalten von Individuen meisten selbständig durch Strafe, Boykott oder Ausschluss aus der Gruppe – was in diesen Zeiten den Tod bedeuten konnte.

Das Problem am Tauschhandel der auf Vertrauen basiert ist allerdings, dass das Konzept nicht skaliert. In kleinen Gruppen, in denen man die meisten Individuen entweder direkt oder über Freunde und Familie kennt, lässt sich die Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit von einzelnen Teilnehmern relativ leicht nachvollziehen. Bei einem Land mit mehreren Millionen Bürgern fällt das Konzept allerdings in sich zusammen.

An diesem Punkt – etwa vor 5000-6000 Jahren, zu Beginn der Bronzezeit – sind die ersten Münzen in der Geschichte der Menschheit aufgetaucht. Es ist davon auszugehen, dass die Menschen bereits davor ein Art Geldsystem hatten, welches auf Muscheln, Steinen und anderen – mehr oder weniger seltenen bzw. wertvollen – Objekten basierte. Das Geld hat also das Vertrauen in die Menschen durch das Vertrauen in die Währung ersetzt. Dieses System hat den Vorteil, dass Geld an sich leichter zu transportieren ist, nicht verdirbt und auch den Handeln von größeren Waren wie Grundstücke und Häuser zulässt. Es ist lediglich nötig, dass man sich auf einen Wert einigt und das Vertrauen in die Währung groß genug ist.

Um das zu erreichen, waren Währungen i.d.R. durch einen materiellen Wert wie zum Beispiel Gold gedeckt. Der Goldstandard wurde allerdings im 19. und 20. bei fast allen Währungen aufgehoben. Als der Goldstandard bestand, war das im Umlauf befindliche Geld durch Gold oder Silber gedeckt und die Münzen bzw. Scheine konnten bei jeder größeren Bank gegen den materiellen Wert (also Gold oder Silber) eingetauscht werden. Das ist mit dem aktuellen Geldsystem nicht mehr der Fall. Das hat zur Folge, dass Banken nun den Anspruch mehrfach vergeben können (Multiple Geldschöpfung).

Im Laufe der Menschheitsgeschichte sind viele Währungen gekommen und gegangen und in der heutigen Zeit haben sich der US Dollar, Euro, Britische Pfund, Yen und Renminbi als sogenannte Leitwährungen etabliert.

Die Zukunft von Geld

Betrachtet man nun also die Geschichte des Geldes, vom Tauschgeschäft über den Goldstandard bis zu heutigen Fiatwährungen, so ist die Frage, was die nächste logische Weiterentwicklung ist und welche Rolle Kryptowährungen dabei spielen. Dazu müssen die Vor- und Nachteile des aktuellen Systems mit den Alternativen verglichen werden:

Tausch Gold Fiat Krypto (Beispiel Bitcoin)
Transport Fall-gebunden Mittel Gut Gut
Konsumierbar Fall-gebunden Schlecht Schlecht Schlecht
Haltbarkeit Fall-gebunden Gut Gut Gut
Teilbarkeit Fall-gebunden Schlecht Gut Gut
Fälschungssicher Fall-gebunden Schlecht Schlecht Gut
Geschwindigkeit Fall-gebunden Schlecht Gut Gut
Einfachheit Fall-gebunden Schlecht Gut Gut
Seltenheitswert Fall-gebunden Gut Schlecht Gut
Vertrauen nötig Schlecht Mittel Schlecht Gut
Dezentralisiert Fall-gebunden Schlecht Schlecht Gut
Privatsphäre Gut Mittel Schlecht Gut
Regierungsunabhängigkeit Gut Mittel Schlecht Gut
Sicherheit gegen Verlust Schlecht Mittel Gut Schlecht

Obwohl es sich hier natürlich nur um eine stark vereinfachte Tabelle handelt, ist ein klarer Trend auszumachen und es ist deutlich, dass bei der Entwicklung von Kryptowährung die Probleme von Geld und Gold so gut als möglich gelöst werden sollten.

Ohne auf die ganze Liste im Detail einzugehen, möchte ich mich auf die für die Nachhaltigkeit entscheidenden Punkte konzentrieren. Seltenheitswert, das nötige Vertrauen, Dezentralisierung, Privatsphäre und die Unabhängigkeit von Regierungen sind aus meiner Sicht die „Killer“ Features von Kryptowährungen.

Seltenheitswert und das Vertrauen

Der Seltenheitswert gibt an, wie häufig oder selten ein Objekt verfügbar ist. Hier stehen sowohl Gold als auch Kryptowährung – in diesem Beispiel Bitcoin – besonders gut da. Gold ist eine natürliche Ressource mit physikalischen Limits. Laut Schätzungen, könnte man das gesamte globale Goldvorkommen in einem 20 mal 20 Meter Würfel unterbringen. Wie lange und wie viel Gold noch abgebaut werden kann ist nicht endgültig geklärt. Allerdings ist davon auszugehen, dass die natürlichen Goldvorkommen immer seltener und der Abbau teurer wird. Bei den meisten Kryptowährungen ist die Anzahl der maximalen Coins mathematisch begrenzt. Bei Bitcoin sind das ungefähr 21 Millionen Coins. Das ist das maximale Limit und mehr wird es in Zukunft nicht geben. Damit ist Bitcoin – genau wie Gold – im Gegensatz zu Papiergeld eine Deflationäre Währung deren Wert über die Zeit steigt. Kritiker führen zwar häufig an, dass Kryptowährung genau wie Fiatwährung nur auf dem Vertrauen der Verbraucher basiert, was grundsätzlich richtig ist. Allerdings liegt der Unterschied darin, dass bei Fiatwährungen das Vertrauen eigentlich gegen die Regierung und Banken gerichtet ist, während bei Kryptowährung das Vertrauen in die Mathematik der Kryptographischen Verfahren und damit in die Wissenschaft gesteckt wird.

Dezentralisierung, Privatsphäre und Unabhängigkeit

Die meisten Kryptowährungen sind offen und frei. Das bedeutet, dass der gesamte Quellcode sowie alle Konzepte angesehen, heruntergeladen und verändert werden können. Somit unterliegen die Entwicklungen der Kontrolle und Überwachung der Gemeinschaft. Jeder mit den nötigen Fähigkeiten kann zum Beispiel am Bitcoin Projekt mitwirken. Folglich gibt es auch keine zentrale Stelle die die Entwicklung behindern oder zensieren kann. Jeder kann einen Bitcoin Node (ein Server auf dem der Bitcoin Service läuft) betreiben und selber Bitcoins minen (komplexe kryptographische Berechnungen um an Bitcoins zu kommen).

Da jeder Mensch selbständig und einfach beliebig viele, (praktisch) anonyme Adressen generieren kann, bieten Kryptowährungen auch einen verbesserten Schutz der Privatsphäre. Manche Kryptowährungen sind sogar speziell für anonyme Transaktionen konzipiert. Das bedeutet so viel als das keine Zentrale Regulierung durch eine Regierung oder Bank stattfindet und somit per-se keine persönlichen Daten im Spiel sind. Ausnahmen bilden die Exit-Nodes, also die Punkte, an denen mit einer Kreditkarte oder per Überweisung Kryptowährungen erworben werden. Allerdings verkaufen viele ihre Kryptowährung auch einfach gegen Bargeld. Weiterhin findet keine Kontrolle statt. Transaktionen können also nicht zensiert oder blockiert werden. Im Regelfall sehr zum Ärger Finanz- und Ermittlungsbehörden.

Mit Hinblick auf das sinkende Vertauen der Verbraucher gegenüber den eigenen Regierungen und Währungen und dem wiederkehrenden Problem der Hyperinflation, scheinen Kryptowährungen die logische Evolution unseres Geldsystems zu sein.

Nachhaltigkeit

In Anbetracht der aktuellen Verschuldung der USA und der anhaltenden Eurokriese ist es angebracht, andere Alternativen im Blick zu behalten. Viele flüchten mit ihrem Ersparten in den Goldmarkt und/oder andere Währungen. Beide Schritte sind allerdings eher ein Rückschritt und die Vorteile von Kryptowährungen sind – trotz vieler Kritikpunkte – zu lukrativ, um sie als kurzen Trend abzutun. Auch wenn der Preis noch großen Schwankungen unterliegt, halten die technischen und sozialen Weiterentwicklungen kontinuierlich an.

Die große Frage ist also: wie geht es mit unserem Geld- und Wirtschaftssystem weiter und wie möchte man sich auf mögliche Veränderungen einstellen? Für viele Menschen, die eher einem alternativen Weg zugewandt sind, also abseits oder völlig isoliert von der Gesellschaft leben, ist der Tauschhandel bereits wieder lukrativer als die Verwendung von Geld. Dabei ist anzunehmen, dass es den meisten nicht einmal um das Konzept von Geld selbst geht, sondern um das damit verbundene Geldsystem mit Zinsen, Zinseszinsen und der Geldschöpfung. Als simplen Vergleich kann man sich also fragen, ob man aus Abneigung gegen Fossil- oder Nuklearenergie auf Strom verzichtet oder stattdessen lieber auf Regenerative Energien umsteigt.

Das war der Erste Teil dieser Reihe.

Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine Empfehlung zum Kauf oder einer Investition in Kryptowährung. Dieser Beitrag spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Authors zum Thema Kryptowährung wieder. Alle Beispiele für Kryptowährung in diesem Beitrag beziehen sich auf Bitcoin.

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