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Wie Monsanto/Bayer mit Glyphosat die Schmetterlinge auslöscht

Es gibt viele Berichte, Theorien und Diskussionen über die toxikologische Wirkung von Monsantos (seit 2018 bestandteil von Bayer) Glyphosat (Markenname RoundUp).

Kritiker vermuten, dass Monsantos Glyphosat nicht nur krebserregend sein soll, sondern sich auch negativ auf das Erbgut und die Fruchtbarkeit auswirkt. Umweltschützer behaupten, dass Glyphosat für das Bienensterben und andere negative Effekte verantwortlich gemacht werden kann.

Quelle: Wikipedia (CC)

In diesem Monat hat eine Studie aus Florida zumindest in den US-Medien etwas höhere Wellen geschlagen. Eine 37-jährige Studie legt nahe, dass die Anwendung von Glyphosat zumindest indirekt für den Rückgang des Monarchfalters um rund 80% seit 2005 schuld ist.

Die Studie begann in den 1950ern und wurde von Lincoln Brower, der leider kurz vor der Veröffentlichung im Alter von 86 Jahren verstarb), geleitet. Die Wissenschaftler beobachteten dabei die Migrationsroute der Schmetterlinge zwischen Mexiko und Kalifornien. Da die Falter sich im Süden fortpflanzen, kommt jedes Jahr die junge Generation der Schmetterlinge nach Kalifornien wo sie „gezählt“ werden können. So konnte die Population über diesen langen Zeitraum gut beobachtet werden.

Die Schmetterlinge paaren und migrieren zeitlich so, dass die junge Generation genau dann in Kalifornien ankommt, wenn die sogenannte Seidenpflanze (Englisch milkweed) am besten wächst. Zwar können sich die ausgewachsenen Falter auch von anderen Pflanzen ernähren, die Jungtiere allerdings benötigen genau diese eine Gruppe von Pflanzen.

Neben der Population und Reiseroute der Schmetterlinge haben die Wissenschaftler auch die Bestände der Seidenpflanzen sowie der darauf befindlichen Raupen ausgewertet.

Das Problem ist, dass die Seidenpflanzen neben der sonst „üblichen“ Zerstörung von Böden und wilden Grünflächen auch noch vom Herbizid Glyphosat massiv dezimiert werden. Somit haben die jungen Schmetterlinge bei Ihrer Ankunft nichts zu fressen, was den massiven Rückgang ihrer Population erklärt.

re:Gaia Connect Trailer #2 (Deutsch/German & Full-HD).

Fraglich ist, welche Pflanzen, Tiere und Insekten noch betroffen sind, von deren Rückgang wir bisher noch gar nichts bemerkt haben. Klar ist aber, dass Aufgrund der unzähligen Studien, die Glyphosat Gesundheit- und Umweltschädliche Wirkungen unterstellen, ernst zu nehmen sind.

Was können wir als Einzelpersonen tun?

  1. Wenn du einen Garten hast, laße ein Stück wilde Fläche für Insekten und Kleintiere stehen – nichts ist schlimmer als ein kahler Rasen oder Stein/Kieß
  2. Wenn du keinen Garten hast, aber einen möchtest, dann starte doch einfach einen Gemeinschaftsgarten auf re:Gaia Connect – am besten Bio und auf Basis von Permakultur
  3. Meide Produkte, die von Bayer/Monsanto produziert werden. Bei Pharmaprodukten nach alternativen Herstellern Fragen – die sind oft sogar günstiger. Eine Liste von Firmen die mit Bayer/Monsanto kooperieren bzw. in welchen Produkten Rückstände von Glyphosat gefunden wurde, findest du hier oder hier
  4. Lebensmittel am besten aus dem eigenen Garten oder zumindest als Bio kaufen
  5. Generell auf Herbizide und andere Gifte in Haus und Garten verzichten
  6. Andere aufmerksam machen. Wenn euer Bau- oder Gartenmarkt Produkte auf Glyphosat verkaufen, weist sie darauf hin und bittet sie darum Alternativen ins Sortiment aufzunehmen
  7. Teilen! Teilen! Teilen! ;)

Das es auch anders geht, und sich der Widerstand lohnt, zeigt uns zum Beispiel ein kleines Dorf in Südtirol, welches sich gegen die Gifte wehrt. Das Wunder von Mals.

Das Wunder von Mals – Offizieller Trailer from Alexander Schiebel on Vimeo.

Strompreis, Export und Hambi – wie weit geben wir nach?

Wir haben uns mal die Strompreise im Europa-Vergleich angesehen und selbstverständlich ist der Strompreis in Deutschland am teuersten. In Deutschland hat sich seit dem Jahr 2000 der Strompreis verdoppelt. Das Paradoxe daran ist, dass Deutschland einer der größten Strom-Exporteure in Europa ist und der größte Teil in die Niederlande exportiert wird. Dort ist der Strom knapp 50% günstiger als in Deutschland (Deutschland: 30,4 cent/kWH – Niederlande: 15,6 cent/kWH). Die deutschen Bürger bezahlen Höchstpreise für Strom in der EU während andere Länder unseren Strom zum Dumpingpreis bekommen.

Für diesen Strom wird unsere Natur kaputt gemacht. Für Strom der in Deutschland gar nicht benötigt und lediglich in andere Länder billig verramscht wird. In Anbetracht der Hambach-Diskussion ist das fast schon schizophren. Erinnern wir uns an RWEs Aussage zur Notwendigkeit der Erweiterung der Kohlekraftwerke:

Die Rodung sei „zwingend erforderlich, um den Fortschritt des Tagebaus und damit einen wichtigen Teil der Stromversorgung in Deutschland nicht zu gefährden“, sagt RWE. 15 Prozent des Stroms in NRW würden hier erzeugt.

Es scheint also, als würden REW & Co. ihren dreckigen Braunkohlestrom überproduzieren, damit der deutsche Strom in andere Länder billig verramscht werden kann, während in Deutschland teuer abkassiert wird. Alles zu Lasten unserer Landschaft und der Bürger, die hier ganz klar über den Tisch gezogen werden.

Hier geht es offensichtlich nicht um die Sicherstellung der Energieproduktion sondern schlichtweg um Profit. Möchten wir dafür unsere Wälder abholzen und die Natur zerstören lassen? Damit RWE und Co. sich weiter an der Zukunft unserer Kinder und unseres Planeten bereichern können?

Um fair zu bleiben, der Deutsche Staat ist natürlich nicht ganz unschuldig an den hohen Strompreisen. Rund 53% des Strompreises setzt sich aus Abgaben wie Mehrwertsteuer, Stromsteuer und EEG-Umlage zusammen. Lediglich in Dänemark kassiert der Staat beim Strom noch dreister ab als in Deutschland.

Im Hambacher Forst geht es aus unserer Sicht also in Erster Linie nicht um einige Hektar verbleibenden Wald (der natürlich wichtig und schützenswert ist) und auch nicht um ein paar Baumhäuser. Es geht darum, wie lange wir noch dabei zuschauen, wie unser Lebensraum von Konzernen und Regierung ausgeplündert und verdreckt wird. Wie viel wollen wir beim Thema Naturschutz noch nachgeben? Wir sagen: keinen Millimeter mehr!