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Frau mit Zigarettenrauch im Gesicht

Warum auf Zigarettenpackungen keine Inhaltsstoffe gelistet sind und wie du wirklich mit dem Rauchen aufhörst

Wir wissen alle, wie schlecht das Rauchen für unsere Gesundheit ist und trotzdem kommen nur wenige permanent davon weg. Das liegt daran, dass der Zigarettenkonsum eine mehrschichtige Angelegenheit ist. Zum einen natürlich die Aufnahme von stimulierenden Substanzen wie Nikotin. Und zum anderen die mentale Ablenkung und das Ritual.

Um mit dem Rauchen permanent aufhören zu können, ist also ein holistischer Ansatz nötig, der alle Ebenen adressiert.

Frau mit Zigarettenrauch im Gesicht

Gegen die physikalische Sucht helfen Nikotinkaugummis sehr gut. Allerdings, wie erwähnt nur im Zusammenhang mit einer mentalen Behandlung. Ähnlich einer Psychotherapie, bringen Medikamente nicht viel, wenn die Ursachen nicht therapeutisch behandelt werden.

Schwieriger wird es erfahrungsgemäß bei der Suchtbekämpfung in psychologischer Hinsicht. Die meisten Raucher haben einen Grund, weshalb sie rauchen. Bewusst oder unbewusst. Für manche ist es eine Fluchtmöglichkeit, zum Beispiel in Form von Raucherpausen bei der Arbeit. Für andere ist es aber schlichtweg ein schneller Dopamin-kick.

Billiges Dopamin ist ziemlich schlecht für unser Wohlbefinden. Denn wir bekommen dadurch eine Belohnung, ohne etwas dafür tun zu müssen. Das ist vergleichbar mit dem Cheaten in Videospielen oder dem Masturbieren. Wir kommen zwar zum Ziel, wissen aber unterbewusst, dass wir es nicht durch unsere eigene Leistung geschafft haben. Deswegen ist es wichtig, das billige Dopamin durch teures Domain zu ersetzen.

Teures Dopamin bekommen wir dann, wenn wir für die Belohnung tatsächlich gearbeitet haben. Das perfekte Beispiel dafür ist Sport. Das Dopamin nach einer einstündigen Workout Session ist wesentlich angenehmer und nachhaltiger als das Dopamin einer Zigarette. Genauso ist der Orgasmus mit einem Sexualpartner den man aufrichtig liebt wesentlich erfüllender als das besuchen diverser nicht jugendfreien Webseiten.

Um nun also erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören, müssen folgende drei Punkte erfüllt werden:

  1. Der Wille aufhören zu wollen muss da sein. Ein guter Ansatz ist hier die Gesundheit. Möchte man kurz nach Eintritt ins Rentenalter qualvoll an Lungenkrebs sterben? Möchte man seine Zähne bis ins Hohe Alter behalten? Will man der Regierung wirklich den Gefallen tun und früh sterben?
  2. Die körperliche Sucht nach dem Nervengift Nikotin muss adressiert werden. Hier helfen wie gesagt Kaugummis oder Mundsprays in der Regel recht gut
  3. Die Ursache für das Rauchen muss entfernt werden. Das ist etwas schwieriger, weil es sich hierbei meistens um tiefgreifende Themen wie eine unerfüllte, stressige Arbeit oder eine unglückliche Partnerschaft handelt
  4. Das billige Dopamin und das Ritual müssen durch teures Dopamin und gesunde Rituale ersetzt werden. Hier bieten sich Sport und eine gesunde Ernährung an. Man kann sich zum Beispiel eine kleine Hantel holen und statt zu Rauchen einfach ein paar kurze Übungen machen. Dadurch ist man abgelenkt und sieht innerhalb weniger Wochen positive Resultate. Das steigert die Motivation rauchfrei zu bleiben und mehr Sport zu betreiben drastisch. Den morgendlichen Starbucks-Kaffee der bisher zur Zigarette konsumiert wurde kann man durch eine selbst zubereitete Matcha-Latte ersetzen

Wie anfangs erwähnt, scheitert es bei vielen Rauchern bereits bei Punkt 1 und dem fehlenden Willen. Deswegen haben wir im folgenden die 599 von der Tabakindustrie eingesetzten Zutaten aufgelistet, um hoffentlich auch den letzten Wach zurütteln. Diese Zutaten sind in Zigaretten der Firmen American Tobacco Company, Brown and Williamson, Liggett Group, Inc., Philip Morris Inc. und RJ Reynolds Tobacco Company enthalten und von der FDA zugelassen. Diese hohe Anzahl an Inhaltsstoffen sind neben der massiven Lobbyarbeit der Tabakindustrie wohl auch der Grund, weshalb sie nicht auf der Packung abgedruckt werden – es wäre schlichtweg kein Platz.

Bei der Verbrennung dieser 599 Substanzen entstehen rund 7.000 Chemikalien von denen 250 als Giftig und weiter 70 als krebserregend bekannt sind. Darunter sind zum Beispiel Kohlenmonoxid, Arsen, Cyanwasserstoff und Benzol.

Alle 599 Inhaltsstoffe in Zigaretten:

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(Methylthio) methylpyrazin (Isomerengemisch)
1- (para-Methoxyphenyl) -1-penten-3-on
1- (para-Methoxyphenyl) -2-propanon
1-Butanol
1-Decanol

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Frau mit Laptop und Newsseite

Giftige Medien – Zeit sie abzustellen. Mit allem was dazugehört!

Öffne Google (oder eine andere Suchmaschine deiner Wahl) und suche nach „Flüchtlingen“, „Islam“, „Rassisten“, „Klimawandel“, „Russland“ oder anderen, aktuell „kontroversen“ Themen. Schau dir die verschiedenen Seiten an die darüber berichten. Dann suche noch einmal, aber diesmal nach einigen Prominenten die du kennst und von denen du ständig im Radio, TV und Internet hörst.Frau mit Laptop und Newsseite

Du wirst eine riesige Liste an Webseiten bekommen. Manche tarnen sich als investigativer Journalismus. Andere sind billige Tabloids mit denen sich die meisten Menschen nicht einmal den Hintern abwischen würden. Was sie aber alle gemeinsam haben: sie versuchen unser Weltbild und unsere Realität zu verzerren. Sie schreiben uns vor, welche Meinungen und Gedanken wir haben dürfen, um nicht von den selben Medienerzeugnissen als Extremisten oder Idioten hingestellt zu werden. Sie dienen einzig dazu, uns in permanenter Angst zu halten, uns das selbständige Denken abzunehmen und uns eine Systemkonforme Meinung aufzudrücken, die uns davon abhält, die Verbrechen unserer Regierungen zu durchschauen.

Und nun tue dir einen großen Gefallen und geh noch einmal auf Google und finde heraus, wie du diesen ganzen Medialen Dreck auf allen deinen Geräten blockieren kannst.
Das gilt verstärkt für die 24/7 News-Seiten.

Zeitungsstaender

Diese ganzen Seiten sind nicht darauf ausgelegt dich zu informieren, sondern deine Aufmerksamkeitsspanne zu zerstören. Die meisten sogenannten Nachrichtenseiten sind schlecht organisiert, voll mit Werbung und Popups und es ist inzwischen nicht mehr ersichtlich, was Nachrichten, Werbung und gesponserte Artikel sind. Irgendwo bewegt sich ständig etwas und versucht deine Aufmerksamkeit von der einen Tragödie zur nächsten zu lenken.

Aufmerksamkeit wie ein Goldfisch

Am schlimmsten sind die Berichte über Promis. Wieso würde sich ein halbwegs gebildeter Mensch für die Meinung von irgendwelchen reichen, hirntoten und bis zur Schädeldecke vollgekoksten Menschen in Monaco interessieren, die nichts mit uns gemeinsam haben und sich nicht im geringsten für uns und unsere Familie interessieren? Diese Menschen sind nichts weiter als Marionetten des Systems, die mit ihrem Charisma selbst dem letzten kritischen Bürger die Systemtreue Meinung aufdrücken sollen. Wie können wir es uns nur erlauben, einer Prinzessin oder einem Musiker im Rentenalter zu widersprechen, geschweige denn uns unsere eigene Meinung aus verschiedenen Quellen zu bilden?

Stapel von Magazinen

Wenn du mir nicht glaubst, dann wirf einen Blick in deinen Browser-verlauf. Wie viele Seiten hast du in der letzten Stunde besucht und wie viel Zeit hast du pro Seite aufgewendet? Wie viel sinnvollen Text hast du wirklich gelesen? Die Chancen sind hoch, dass du alle 1-2 Minuten eine neue Seite geöffnet hast. Mach das lange genug und deine Aufmerksamkeitsspanne wird so gut wie die eines Goldfisches. Wie lange kannst du dich denn wirklich mehrere Stunden auf ein wichtiges Thema konzentrieren ohne den ständigen Dopamin-kick zu tanken, den dir Facebook, CNN und Co. versprechen?

Das ist aber noch nicht das schlimmste. Beobachte mal dein Handy-verhalten. Wie oft wechselst du zwischen Webseiten, WhatsApp und Facebook hin und her? Dein E-Mailprogramm wäre froh, wenn es dich so effektiv ablenken könnte wie die Apps und Nachrichtenseiten.
Höre auf, auf Facebook, Instagram, YouTube und Co stundenlange feeds und empfohlenen Beiträgen zu folgen. Selbst das surfen durch Wikipedia müllt dein Hirn mit nutzlosem Zeug voll. Du beginnst bei einem interessanten Artikel und stunden später bist du auf einem anderen Planeten zwischen DMT, Flatearth Theorien, der Simulationstheorie oder Reptlienmenschen. Das schlimme daran? Nach 24-48 Stunden hat dein Gehirn 99% davon wieder vergessen.

Digitaler Ausstieg

Was ist also der Sinn, sich mit Dingen zu beschäftigen, die wir sowieso Morgen schon wieder vergessen haben? Es hat einen Grund, wieso die ganzen Techgiganten wie Bill Gates oder Steve Jobs den Zugang zu Digitalen Medien strikt für ihre Kinder geregelt haben. Sie wussten alle schon vor Jahren, dass uns diese Reizüberflutung zu Idioten macht, die nach billigem Dopamin gieren und zu beschäftigt sind um zu bemerken wie sie von Firmen und Regierung verarscht werden.

Flasche mit Gift

Immer mehr Menschen steigen inzwischen Digital aus. Sie löschen ihre Facebook Konten, entfernen nutzlose Apps, blockieren Werbung und meiden Webseiten die dafür ausgelegt sind unseren Verstand zu zerstören.

Mehr Zeit und weniger Angst

Aber lass uns nicht unfair sein. Selbstverständlich gibt es da draußen viele sinnvolle Informationsquellen (wie diese hier zum Beispiel). Wir müssen nur wieder lernen, die Informationen Gehirn-gerecht aufzunehmen. Wenn du eine Seite mit guten Inhalten findest, dann versuche einen Artikel von Anfang bis Ende zu lesen und danach zu handeln. Ohne danach direkt zum nächsten Artikel zu springen und ohne dazwischen WhatsApp und Co. zu checken. Es wird dir am Anfang sicherlich schwer fallen, aber nach einiger Zeit wird dein Verstand klarer und du bist wesentlich weniger gestresst und ängstlich sein. Ganz abgesehen von der vielen Zeit die du übrigen haben wirst. Du kannst dich endlich sinnvollen Dingen widmen wie Meditation, gesundes kochen, eine neue Sprache lernen oder endlich mal pünktlich zu Bett zu gehen.

Du wirst feststellen, dass du dich vielleicht einem Prozent deiner Zeit um dein aktuelles Wohlbefinden gekümmert hast, während du 99% der Zeit damit verbracht hast deinen Verstand mit nutzlosen und aufreibenden Informationen zu vernebeln. Du wirst keine Angst mehr haben etwas zu verpassen, denn du wirst begreifen, dass die meisten Menschen ihr echtes Leben verpassen, während sie wie Zombies die Meinung von irrelevanten Promis liken oder sich mit Fremden über belanglose Themen in Sozialen Netzen streiten.

Sofern du all das für ein paar Wochen befolgt hast, lass dir gratulieren. Du hast es geschafft, dich aus der Medialen Vergiftung zu befreien und kannst dich wieder dem echten Leben widmen. Wann hat du zuletzt etwas produktives für dich gemacht oder ein 500 Seiten Buch von Anfang bis Ende gelesen? Wie wäre es mal wieder mit Sport? Vielleicht in der Gemeinschaft an der frischen Luft?

Frau die Fake News Zeitung liesst

Sobald du mit dem Entzug fertig bist, kannst du dir zur Analyse noch einmal eine Newsseite anschauen und dich fragen, „wie viele dieser Nachrichten sind gegen das Interesse meines Landes, meiner Kultur und meiner Person?“ und wirst so klar wie noch nie feststellen, dass nichts davon einen informativen Gehalt oder einen Einfluss auf dein Leben hat.

Wenn du einen Schritt weiter gehen möchtest, dann prüfe genau welche Firmen diese Webseiten und Tabloids sponsern und meide ihre Produkte wo immer es geht. Die Chancen sind sehr gering, dass die Werbetreibende dein Interesse in den Vordergrund stellen.

Nützliche Werkzeuge

Ich empfehle einen Webbrowser mit eingebautem Werbeblocker wie zum Beispiel Brave. Alternativ kannst du Firefox und Chrome mit „uBlock origin“ nachrüsten. Sofern du Microsoft Browser wie Edge verwendest, empfehle ich dir dringend, auf einen der anderen zu wechseln.

Um Webseiten zu sperren kannst du „BlockSite“ für Chrome und Firefox verwenden

 

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Mensch neben Baum in Herzform

Der einfachste Trick sich selbst zu lieben – Heute anfangen, Morgen glücklich sein

Immer wieder hört man den klassischen Spruch, dass man sich selber lieben muss, um seine Träume erreichen zu können oder überhaupt erst von anderen Menschen geliebt werden zu können. Was einem aber dabei selten erklärt wird ist, wie man sich überhaupt selber liebt.

Eigentlich hört es sich so einfach an, aber wer schon einmal vor der Frage stand, wie man sich selber liebt, wird schnell feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Wie fängt man an und welche Gedankengänge sind dabei hilfreich?

Mensch neben Baum in Herzform

Die Antwort: Projektion.

Stell dir dabei einen Menschen vor, für den du starke Gefühle pflegst. Jemanden den du liebst oder in den du verliebt bist. Und nun stelle dir vor, wie dieser Person ein Missgeschick passiert. Wie der Person etwas aus der Hand fällt, sie beim bücken stolpert und dabei unsanft auf den Boden fällt.

Was fühlst du bei diesem Gedanken? Bestimmt würdest du das Missgeschick übersehen bzw. es der Person nicht als negative Eigenschaft anrechnen. Dann würdest du dem Menschen vermutlich sofort zur Hilfe eilen, dich versichern, dass es ihm gut geht und ihm dann aufhelfen.

Nun stelle dir vor, diese Person bist du.

Ein anderes Beispiel: stelle dir vor, wie dein Schwarm zu dir nach Hause kommt. Vielleicht als Gast für ein langes Wochenende. Wie würdest du mit diesem Menschen umgehen? Würdest du dich vergewissern, dass es der Person gut geht und sie sich wohlfühlt? Würdest du ihr ein schönes und gesundes Abendessen zubereiten und am Morgen ein umfangreiches Frühstück, liebevoll zu bereitet?

Stell dir vor, du bist dieser Mensch.

Mit solchen Gedankenübungen kannst du den Prozess dich selber zu lieben langfristig verinnerlichen. Immer, wenn du dich über dich selbst ärgerst oder von dir enttäuscht bist, stelle dir vor, dass ein Mensch den du liebst in deiner Situation steckt und wie du ihn von außen betrachten und unterstützen würdest. Du würdest den Menschen nicht verurteilen, dich nicht über ihn lustig machen oder weniger von ihm denken. Weil du ihn liebst.

Projiziere deine Liebe von anderen auf dich selbst und du wirst dich langfristig besser fühlen und dich mit jeder Übung zu einem besseren Menschen als Gestern werden.

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Die Geschichte von Mamu dem Affen: „Die ersten zehn Sekunden in denen ich nicht weiß, wer ich bin und was mein Leben ist“

Eine Kurzgeschichte über Mamu den Rhesusaffen:

Ahhhhh, die ersten zehn Sekunden nach dem aufwachen. Die ersten zehn Sekunden in denen ich nicht weiß, wer ich bin und was mein Leben ist.

Jeder Morgen beginnt gleich. Ich höre Türen, dann die laute Kaffeemaschine. Schritte. Der angenehme Duft von Kaffee. Das bedeutet, dass es gleich los geht. Gemurmel. Stimmen. Etwas von einem Fußballspiel gestern Abend. Heiterkeit.

Sie kommen herein. Das Licht geht an. Die anderen schreien und toben. Ich bleibe ruhig. Zu lange bin ich schon hier, als das ich dafür meine Kräfte verschwenden würde. Es ist sinnlos.

Ich habe Durst. Wir alle haben Durst. Seit zwei Tagen haben wir nichts zu trinken bekommen. Sie nennen es Wochenende. Eigentlich mag ich die Wochenenden, denn da lassen sie uns in Ruhe. Und durstig.

Hattest DU schon einmal Durst? Ich meine so richtig. Die Art Durst, die man nach 20 Stunden ohne einen Tropfen Flüssigkeit spürt. Dein Hals wird so trocken, dass du nicht schlucken kannst. Es schmerzt. Du bist schwach. Kannst dich kaum bewegen. Aber aus Verzweiflung versuchst du mit deiner trockenen Zunge die Gitterstäbe abzulecken. Manche versuchen sogar ihren eigenen Urin zu trinken. Das ist Instinkt.

Da, wo ich herkomme, perlt am Morgen der Tau von den Blättern. Hier gibt es keine Blätter. Nur Gitterstäbe und Geräte. Und eine Miese Luft. Kein Fenster, keine Frische Luft. Ja noch nicht einmal ein Stück Himmel. Das Licht ist grell und weiß. Es kommt von Leuchtstoffröhren an der Decke. Die Sonne habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen. Unsere Luft kommt aus summenden Lüftungsschlitzen an der Wand. Sie stinkt und presst sich brennenden die trockenen Atemwege hinunter bis in die Lunge. Bei jedem Atemzug. Jeden Tag.

Heute ist Montag. Ich weiß, ihr Menschen hasst den Montag, weil ihr da wieder arbeiten müsst. Ich muss auch arbeiten. Für Wasser. Sie zerren mich am Hals aus dem Käfig. In einen Stuhl wie sie es nennen. Dabei handelt es sich um eine Plastik-box in der ich eingesperrt werde. Mein Kopf schaut durch den Deckel heraus und wird fixiert. In meinem Kopf steckt ein Stahlbolzen. Den haben sie mir am ersten Tag einoperiert. Direkt in die Schädeldecke bis ins Gehirn. Dieser Bolzen dient dazu, dass ich meinen Kopf für die nächsten fünf Stunden nicht bewegen kann. Denn sie wollen nicht meinen Körper sondern meine Aufmerksamkeit. Ich soll Aufgaben lösen. Sie nennen es Training. Wie bei jedem Training bekomme ich eine Belohnung, wenn ich die richtigen Hebel betätige. Es ist Wasser. Nur ein paar Tropfen natürlich, schließlich ist das das ihr einziges Druckmittel.

Mein Rücken schmerzt. Die Box in der ich gefangen gehalten werde ist unbequem. Ein unbequemer Stuhl. Und ich bin Müde. Mir fallen vor Erschöpfung die Augen zu. Stundenlang musste ich für ein paar Tropfen Wasser auf einen Bildschirm schauen und Aufgaben lösen. Ich bin noch immer durstig. Das werde ich auch bis Morgen bleiben. Morgen ist Dienstag. Da spritzen Sie die Käfige mit kaltem Wasser aus. Mit etwas Glück, bleibt diesmal etwas mehr Flüssigkeit zum auflecken zurück als beim letzten Mal.

Ich bin Mamu. Ein Rhesusaffe.

Rhesusaffen Mutter mit Baby

Quelle: Wikimedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Love_of_a_Mother.jpg)

 

Früher habe ich noch mit den anderen geredet. Wir haben uns gefragt was das soll. Wieso uns das angetan wird. Ob und wie wir hier herauskommen. Wir haben uns nächtelang diese Fragen gestellt. Manchen machen das noch Heute. Ich nicht. Ich weiß nicht, wieso man mir das antut. Oder ob ich das verdient habe. Ob es eine Strafe ist. Habe ich etwas getan? Vielleicht in einem früheren Leben? Gibt es einen Gott der zufrieden auf mich und mein Leid herabsieht? Sicher nicht. Es ist kein Schicksal, kein Schöpfer, kein Karma das mir das antut. Es ist die Grausamkeit der Menschen. Der grundlegende Gedanke, dass andere Leben weniger Wert haben als ihre eigenen.

Ich werde hier nicht herauskommen. Keiner von uns. Zumindest nicht lebendig. Das weiß ich. Und die anderen wissen es eigentlich auch. Aber sie haben noch Hoffnung. Hoffnung, dass ein Wunder geschieht. Dass jemand kommt um uns zu retten. Dass da draußen vielleicht jemand steht und genau in diesem Moment für unsere Freiheit kämpft. Ich glaube nicht.

Manchmal blicke ich hinüber zu den Ratten. Ich beneide sie gelegentlich. Nicht weil es ihnen besser geht oder weil ihnen weniger grausames angetan wird. Nein, ganz und gar nicht. Sie werden noch schlechter behandelt als wir, denn sie sind ersetzbar. Das sind wir irgendwie auch, aber sie wollen uns lebendig. Bei Verstand. Was sie von ihnen wollen, ist, was die Ratten von uns unterscheidet. Ihren Körper. Nur ihren Körper. Sie werden verstümmelt und gequält. Genau wie wir. Und doch haben wir etwas ganz besonderes das sie wollen. Unser Bewusstsein. Sie wollen uns bei möglichst klarem Verstand. Die Ratten sind gefangen in ihrem Käfig. Ich bin es in meinem Körper. Ich kann nicht abschalten. Ich kann nicht gebrochen werden. Mein Kopf kann nicht fliehen, denn er ist es den sie wollen. Ich muss alles klar empfinden. Das ist es was sie möchten. Meine Empfindung wenn ich gequält werde. Wenn meine körperlichen und seelischen Kräfte bis an die Grenzen und darüber hinaus ausgereizt werden. Sie wollen wissen, was in mir vorgeht, wenn ich Durst habe, Angst, Wut. Und das kleine Fünkchen Hoffnung bei jedem Tropfen Saft den ich als Belohnung bekomme.

Es macht keinen Sinn. Denn ich fühle wie ihr. Ich denke wie ihr. Ich liebe wie ihr. Habe Angst, Hoffnung, Freude, Verzweiflung. Genau wie ihr.
Und doch reicht euch das nicht. Ihr braucht das auf Papier. Linien, aufgezeichnet von meinem Gehirn. Emotionen, abgezapft über die Elektronen, die in meinem Kopf stecken.
Ja, das ist es. Wie reagiert das Gehirn, wenn der Körper geschunden wird? In welche Richtung schlagen die Zeiger aus? Das braucht ihr auf Papier. Ihr nennt das Grundlagenforschung. Ich nenne es kaltblütig, herzlos, grausam.

Ich frage mich manchmal, ob es auch andere Menschen gibt. Alle die ich kenne sind so. Ohne Gefühle. Ohne Respekt vor dem Leben. Das wunderbarste das unsere Erde hervorgebracht hat. Ein Schatz.

Ein Schatz, gefangen in einer Plastik-box. Gedemütigt jeden Tag. Es ist nicht die stickige Luft, die Dehydration oder der permanente körperliche Schmerz der es so unerträglich macht. Es ist das Gefangen sein im eigenen Bewusstsein. Ohne Möglichkeit zu fliehen.

Doch es gibt Hoffnung. Eines Tages, und das weiß ich sicher, hat das alles ein Ende. Ich gehöre zu denen die schon länger hier drin sind. Ich weiß es. Sicher. Die anderen noch nicht. Ich will ihnen ihre Hoffnung nicht nehmen. Die Hoffnung hier raus zu kommen. Das ist nicht woran ich glaube. Denn das, worauf ich warte ist der End-versuch. An diesem Tag wird mein Gefängnis aus Gitterstäben, Körper und Bewusstsein zerbrechen. Und ich werde frei sein.

Bis es so weit ist, bleibt mir nur eins. Die ersten zehn Sekunden nach dem aufwachen. Die ersten zehn Sekunden in denen ich nicht weiß, wer ich bin und was mein Leben ist.

Ich bin Mamu.

Die Fakten zu Tierversuchen an Affen

So wie Mamu geht es über 240.000 Tiere im Jahr. Die meisten davon, knapp 175.000, oder 70% sind Nagetiere wie Ratten und Mäuse. Das MPI (Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen) weißt darauf hin, dass lediglich 0,007% davon Affen sind. Mit diesen Prozentangaben versucht das MPI die 171 Affen – jeder davon ein fühlendes Wesen mit einer Persönlichkeit – im Jahr zu verschleiern. Das ist ein „verbrauchter“ Affe alle zwei Tage. Beziehungsweise 477 Nagetiere pro Tag.

Immer wieder wird auf die Grundlagenforschung als Motivation für die grausamen Versuche verwiesen. Die Grundlagenforschung soll als Freifahrt-schein dienen. Selbst das MPI gesteht aber ein, dass die Versuche keinen direkten Nutzen für das tägliche Leben haben. Auch führen sie nicht direkt zu neuen Medikamenten oder Therapien. Als Triebfeder wird ultimativ die Neugier angegeben. Es wird einfach blind drauf los geforscht.

Außerdem wird die Grundlagenforschung im Zusammenhang mit Tierversuchen in Verbindung mit großen Erfolgen bei der Behandlung von Krebs, Alzheimer, Parkinson oder multiresistenten Erregern gebracht. Doch die Durchbrüche bleiben aus. Wo sind die Resultate und Therapien für die genannten Krankheiten?

Das MPI wird nicht müde auf die artgerechten Bedingungen der Tiere zu hinzuweisen, doch wie SOKO Tierschutz vor kurzem enthüllen konnte, kann von Artgerechter Haltung keine Rede sein. Tiere die versuchen die Implantate vom Schädel zu reißen. Tiere die vor Durst die Gitterstäbe ablecken und ihren eigenen Urin trinken und Tiere die sich übergeben sind ebenso wenig normal wie die Art wie die Tiere mit Gewalt am Hals in die Versuchsstühle gezwungen werden um dann Stundenlang mit fixiertem Körper Aufgaben zu lösen.

Dass die Versuche den Tieren Leid zufügen, streitet das MPI noch nicht einmal ab. Das MPI macht es sich allerdings sehr einfach und beruft sich auf die „Güterabwägung“ – was für ein grausames Wort im Zusammenhang mit hochentwickelten Lebewesen. Das MPI wiegt dabei den Artikel 20a aus dem Grundgesetz „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung [durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.]“ gegen den Artikel 5 „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“ ab. Ohne zu berücksichtigen, dass eine freie Forschung nicht dazu berechtigt, andere Gesetze zu ignorieren und den Schutz der Tiere auszuhöhlen.

Die Flexibilität des MPI bei der Auslegung von Gesetzen zeigte sich ganz besonders deutlich Ende letzten Jahres, als ein Mitarbeiter des MPIs eine angebliche Körperverletzung durch Tierrechtler inszenierte. Den Rückhalt den der verurteilte Mitarbeiter von der Max-Planck-Gesellschaft nach diesem Vorfall erhielt zeigt die kriminelle Energie, die hinter dieser Scheinbaren Forschungseinrichtung steckt. Der großartige Wissenschaftler und Mitbegründer der Quantenphysik Max Planck würde sich im Grabe drehen, wenn er um den ausverkaufen seines Namens wüsste. Das ist nicht Wissenschaft, das ist Barbarei aus persönlichen Interessen.

Obwohl das MPI inzwischen keine Versuche mehr an Rhesusaffen selbst vornimmt, wurden die verbebenden Tiere an andere Anstalten abgegeben oder in Endversuchen getötet. Der Kampf ist somit leider noch nicht gewonnen. Die wackeligen Argumente auf denen hier Experimente durchgeführt werden berechtigen nicht im geringsten die Assoziation zur seriösen Wissenschaft und Forschung. Die Menschen glauben die Lügen um die Notwendigkeit von Tierversuchen nicht länger und die unethischen Praktiken sowie unseriösen Taktiken genießen keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung wie mehrere repräsentative Umfragen zu Tierversuchen zeigen.

Weitere Informationen gibt es bei PETA und SOKO Tierschutz.

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Gemeinsam statt Einsam! Aussteiger, Autark Leben und Selbstversorger Gemeinschaften.

Es gibt ganz viele Menschen, die alle das selbe möchten: ein Stück Land haben, sich selber aus dem eigenen Garten versorgen, eigene Energie zu gewinnen, so wie frei und unabhängig ohne Zwänge zu leben. Und das wichtigste ist, dabei glücklich zu sein und viel Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu haben die unser Leben erfüllen.

Es gibt ganz viele Menschen, die diese Vision haben und davon träumen, aber dabei bleibt es auch meistens. Einige wenige schaffen den Absprung und „kämpfen“ sich allein oder im kleinen Kreis durch das neue unabhängige Selbstversorger-Leben. Es wird sich ein Stück Land gemietet oder gekauft und man versucht seine Vision vom eigenständigen Selbstversorger-Leben zu realisieren. Nur stellt man dann fest, dass es alles gar nicht so einfach ist wie Anfangs gedacht. Es fehlt an vielen Dingen und auch an Wissen und Erfahrung. Man versucht alles um seine Vision wahr werden zu lassen.

Nachdem viele Hürden überwunden worden sind, stellt man weiterhin fest, dass man eigentlich alleine ist mit seiner Familie oder mit ein paar Freunden. Man lebt auf seiner „Insel“ die man sich geschaffen hat. Nur wenn man diese verlässt, ist die Welt um einen herum die Alte – es hat sich nichts geändert. Und für alles was man selber nicht hat oder kann, muss man teuer bezahlen. Und jetzt geht es los, dass man Geld verdienen muss für all diese Dinge die man trotzdem benötigt. Und schon muss man seine Zeit die man für sich haben wollte dafür einsetzen, dass Geld in die Kasse kommt um all diese Dinge bezahlen zu können. Dann stellt man fest, dass man eigentlich schon fast wieder in seinen alten Trott kommt – genau dahin, wovon man eigentlich weg wollte. Und was dazu kommt, in einer kleinen Gemeinschaft ist es irgendwann zu wenig abwechslungsreich. Man redet immer mit denselben Menschen und die Nachbarn sind fast immer Menschen, die etwas anderes leben.

Viele Menschen geben deshalb irgendwann ihr Projekt wieder auf, weil es eigentlich zwei Jobs sind. Erstens, sich selber zu versorgen und zweitens das Geld was man braucht dazu zu verdienen. Selbst wenn man ein Grundstück hat, sein eigenes Wasser, sich aus dem Garten selber versorgt und seine eigene Energie produziert so ist das nur ein ganz kleiner Teil des unabhängigen Selbstversorger-Lebens. Für alles Andere muss man bezahlen, wenn man keine Menschen in seinem Umfeld hat die eine Gemeinschaft mit ihren Fähigkeiten bereichern.

Aussteiger, Backpacker und Autarke Selbstversorger Permakultur Gemeinschaften.

Ein wirklich unabhängiges Selbstversorger-Leben geht nur in einer großen Gemeinschaft. Mit vielen Menschen die sich gegenseitig mit ihrem Können, mit ihren Erfahrungen und mit ihrem Wissen helfen und unterstützen. Alles andere ist nicht effektiv und hat auf Dauer keinen Bestand.

Auch sollten wir lernen, dass alle Gemeinschaften die nachhaltig leben, nicht in Konkurrenz stehen. Denn genau das Gegenteil ist hier der Fall. Alle diese Gemeinschaften haben die selben Ziele, eine friedliche grüne Welt in der Besitz und sozialer Status keinen Mehrwert mehr haben. So sollte es jedenfalls sein. Wer anders denkt ist leider auf dem falschen Weg. Aus diesem Grunde ist es auch wichtig, dass alle Gemeinschaften – egal aus welchen Ländern sie sich vernetzen – zusammenhalten; dass sie sich austauschen und unterstützen. Hier ist es auch egal, ob jemand Vegetarisch, Vegan oder Fleischesser ist. Hier ist es egal was für eine Religion, was für eine politische Einstellung jemand hat oder die freie Liebe lebt. Wir sind eben nicht alle gleich aber eines verbindet uns alle: wir möchten unsere Welt positiv und nachhaltig verändern. Und das ist alles was zählt, das ist alles worum es geht, das wir unseren Kindern und Enkelkindern einen gesunden bewohnbaren Planeten hinterlassen.

Deshalb die Frage: wie lange wollt ihr noch warten? Wie lange wollt ihr noch träumen? Wie lange wollt ihr noch ein Leben leben, was euch gar nicht gefällt? Wie lange wollt ihr noch allein oder unter euch bleiben? Ich denke ein jeder von uns möchte eigentlich etwas anderes als das jetzt und wir können das sofort verändern.

Für alles oben angesprochene haben wir re:Gaia Connect erschaffen. Hier können sich alle Menschen mit denselben Zielen miteinander verbinden und sich austauschen. Hier können sich alle bestehenden Gemeinschaften eintragen und vernetzen, hier könnt ihr Gemeinschaftsprojekte realisieren, hier findet ihr gleichgesinnte Menschen in eurem Umkreis, hier könnt ihr anderen Menschen eure Hilfe anbieten und ihr könnt selber Hilfe bekommen. Hier könnt ihr eure Wünsche öffentlich machen so das diese gesehen werden und auch in Erfüllung gehen. Nur zusammen schaffen wir alles was allein unmöglich ist.

Mach mit und sein dabei, zeige deinen Mitmenschen das du da bist und sie werden dir zeigen, dass sie da sind. Mit jeder Anmeldung folgen neue, mit jedem Inserat folgen neue. Einfach anmelden, deine Wünsche veröffentlichen und ein Teil unserer globalen Familie sein. Nur zusammen können wir das verändern was für uns allein nicht möglich ist.

Aussteiger in Bulgarien (Teil 2: Unsere Erfahrungen)

Im ersten Teil haben wir über unsere Vorbereitungen zu unserer Bulgarien Reise berichtet. Wir sind nun seit einigen Tagen wieder zurück in Spanien und möchten Euch im folgenden über unsere Reise und Erfahrungen quer durch Bulgarien berichten.

Im Gegensatz zu dem was wir über Bulgarien gehört haben, haben sich uns das Land und die Menschen von einer ganz anderen Seite gezeigt. Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit, ganz anders als es uns vorab dargestellt wurde, oder wie man es aus den Medien hört.

Die Natur in Bulgarien ist zu unserer Überraschung wirklich noch intakt. Es gibt viele Wälder mit richtigen Laubbäumen wie Eichen usw. Das Wasser in den Bergen ist absolut rein und klar. Wir haben die Wasserqualitäten zwischen 21 und 200 PPM gemessen. Überall gibt es natürliche Quellen und freie Entnahmestellen für Trinkwasser.

Wir haben sehr viel gesehen, wir sind durchs ganze Pirin Gebirge gefahren und durchs ganze Rhodopen Gebirge. Wir sind von der Mazedonischen Grenze bis runter zum Schwarzen Meer gefahren. Dann von der Türkischen Grenze rauf bis über Burgas. Von da aus sind wir quer durch das Land nach Sofia gefahren.

Wir hatten sehr viel Hilfe in Bulgarien von einem lieben Pärchen, einem jungen Anwalt und seiner Frau. Sie haben schon im Vorfeld Immobilien für uns herausgesucht, angefangen von Grundstücken über Häuser bis hin zu ganzen Dörfern. Sie haben vorher bei den Gemeinden angerufen und klar erzählt was wir machen wollen. Nahezu überall wo wir uns etwas angesehen haben war der Bürgermeister gleich mit vor Ort. Wir wurden überall mit offenen Armen empfangen. Auch bot uns so manch ein Bürgermeister bezüglich Genehmigungen und anderen Formalitäten direkt seine Hilfe an. Es war alles sehr herzlich und wir haben uns gleich aufgenommen gefühlt. Die Menschen waren sehr offen gegenüber unseren Ökodorf-Projekten und sind dem ganzen mehr als wohlgesonnen. Ein Bürgermeister sagte er bete zu Gott, dass Menschen wie wir kommen und neues Leben ins Dorf bringen.

Alles in allem haben wir ganz viel gesehen und wurden überall mehr als herzlich aufgenommen. Nach der Tour sind Katrin und ich allein komplett durchs Rhodopen Gebirge gefahren was ein echtes Abenteuer war.

Armut in Bulgarien

In Bulgarien gibt es viel Armut und viele Menschen leben sozusagen von der Hand im Mund. Allerdings schienen diese „armen Menschen“ – selbst in den alten Dörfern wo nur noch ein paar alte Menschen lebten – nicht gerade unglücklich, wenn ich mir so die Gesichter angesehen habe. Eine Frau winkte uns lachend zu und sagte sie sei mittlerweile 120 Jahre alt. Mir ist aufgefallen, dass diese „armen Menschen“ sehr glücklich waren. Ihre Augen lachten und strahlten wärme und Zufriedenheit aus. Ich kenne kaum Menschen, deren Augen so zufrieden aussahen wie bei diesen Menschen. Ich denke, dass die Armut auch ein Segen sein kann. Diese Menschen haben kein Geld um sich den ganzen Giftmüll aus den Supermärkten zu kaufen. Sie trinken ihr eigenes Quellwasser und essen aus dem eigenen Garten oder bekommen es von Menschen aus ihrer Region – alles selbst angebaut. Ihr Fleisch stammt nicht aus Massentierhaltung sondern hier leben die Tiere frei in der Natur. Ich denke, dass diese Menschen gar nicht wissen, was für ein Segen ihre „Armut“ in Wahrheit ist.

Die Jungen Menschen verlassen die Dörfer, um so zu leben, wie wir es nicht mehr möchten. Wir laufen von der Industrialisierung davon und die jungen Bulgaren sehen darin ihre Zukunft. Wenn sie die Wahrheit wüssten würden über die EU, industrielle Lebensmittel und die Industrialisierung, dann würden sie ihr Dorf wahrscheinlich nie verlassen, denke ich.

Die Qualität von Obst und Gemüse ist für uns der absolute Oberhammer gewesen. Hier schmecken die Tomaten noch wie richtige Tomaten und die Gurken haben so geschmeckt, wie ich sie aus meiner Kindheit kenne. Das Obst ist vom Geschmack her das Beste, was ich in den letzten 35 Jahren gegessen habe. Allein die Äpfel haben so toll geschmeckt, wir hätten uns ausschließlich von denen ernähren können. Fleisch haben wir auch gegessen und es ist komplett anders, als das war wir aus unserer Vergangenheit kennen. Alles was wir gegessen haben war absolut hochwertige Bioqualität, wie wir sie nicht mal in Bioläden bekommen. Besser haben als in Bulgarien haben wir in den letzten Jahrzehnten nicht gegessen.

Preise

Die Preise Variieren je nach Gegend. Wir haben in Melnik für ein Hotelzimmer für uns Zwei zusammen 7,50 Euro pro Nacht bezahlt. Essen gehen inkl. Getränken liegt bei etwa 10 Euro pro Person. In kleineren Dörfern ist es noch günstiger. Wir haben für ein Menü inkl. Getränke für 5 Leute zusammen 51 Lever bezahlt – das sind rund 25 Euro. Das ist schon mehr als günstig und wir konnten nicht einmal alles aufessen. Wo kann man noch essen gehen für 5 Euro pro Person inkl. Getränke?

Die Grundstückspreise variieren sehr stark je nach Region. Man bekommt ganze Häuser mit Grundstück ab ca. 4000 Euro in einer günstigen Region die woanders ab 50.000 Euro zu haben sind. Hier gibt es wirklich sehr starke Preisunterschiede. Grundstückspreise variieren auch je nach Region zwischen 1 Euro und 100 Euro pro Quadratmeter. Es ist also alles vorhanden in den verschiedenen Preisklassen. Die Regionen mit den günstigen Grundstücken fanden wir eher unattraktiv oder sie waren zu weit ab vom Schuss oder zu hoch gelegen, so dass es im Winter zu kalt wird.

Die einzige Gegend, die uns am besten gefallen hat, ist zwischen Sozopol und Rezovo im Küstenbereich – maximal 10 Kilometer ins Landesinnere. Allerdings sind in dieser Gegend die Immobilien sehr teuer und es gibt hier kaum Grundstücke zu kaufen. Die Häuser haben dort zudem sehr kleine Grundstücke. Die Preise gingen ab ca. 50.000 Euro los und es war kaum etwas zu bekommen.

Wir haben einige schöne Grundstücke und Dörfer gesehen die bestimmt sehr interessant und gut geeignet für solche nachhaltigen Projekte sind. Nur uns hat eines gefehlt, der AHA Effekt. Also dass wir sagen könnten „das ist genau der Ort den wir suchen, das ist unser zuhause, hier möchten wir bleiben.“ Dieser AHA Effekt fehlte komplett. Den gab es nur in der Region zwischen Sozopol und Rezovo und dort haben wir kein geeignetes Fleckchen Erde gefunden.

Bulgarien ist definitiv ein tolles Land und wir schauen weiter, ob wir in unserer Wunsch Gegend das geeignete Fleckchen Erde finden. Wir sehen das so: unser Fleckchen Erde, welches für uns bestimmt ist, wartet noch irgendwo auf uns. Es wird uns finden, ohne dass wir Mühe haben zu suchen. Dann ist es richtig und im Fluss.

Es geht weiter. Als nächstes schauen wir uns Ungarn an. Hier sind wir von mehreren lieben Menschen eingeladen worden und schauen uns das Land an so wie einige Grundstücke und Häuser.

Das größte Problem ist dass wir ganz viel Land brauchen für mindestens 50 Grundstücke/Häuser. Würden wir nur für uns allein schauen, hätten wir schon längst etwas gefunden. Nur brauchen wir mindestens 50 Hektar Land und das ist nicht so einfach zu finden wie ein kleines Haus/Grundstück. Nur für uns allein hätten wir schon das passende gehabt.

Wir haben auch noch ein Angebot aus Nordspanien. Ein altes kleines Dorf mit 3 Häusern, 20 Hektar Land dabei für 220.000 Euro und angrenzende 100 Hektar Land können wir später dazu kaufen. Nur  ist Nordspanien zwar wesentlich grüner aber auch viel Kälter. Und alles andere wie Gesetze, EU-Tyrannei usw. ist hier leider auch nicht (mehr) viel besser (als in Deutschland). Ich weiss nur eines: wenn wir das passende gefunden haben, wird unser Herz es uns sagen – egal in welchem Land es liegt. Wir lassen alles auf uns zukommen.

Ich arbeite seit längerem an einem Konzept für ein autarkes Dorf, welches ist in den nächsten Wochen fertig und hier veröffentlicht wird. Es ist anders als alles andere was es an Ökodorf-Konzepten gibt. Es ist in dieser Form einmalig und es wird vielen Menschen helfen, ihre Vision vom autarken Leben zu realisieren. Ich denke erst wenn das Konzept online ist, wird sich alles fügen.

Viele Menschen stehen in den Startlöchern und warten auf das passende, nachhaltige Projekt. Alle Probleme die es in den bestehenden Gemeinschaften gibt wurden von uns von vorneherein berücksichtigt, so dass es auch tatsächlich auf Dauer Bestand hat. Unter dem Konzept wird es ein Bewerbungsbogen geben, bei dem jeder, der sich mit dem Konzept identifizieren kann, die Möglichkeit hat sich einzutragen um dabei zu sein.

Freiheit, Zensur und Privatsphäre: Facebook, WhatsApp & Co. (Teil 2)

Im ersten Teil unserer Blog-Reihe „Freiheit, Zensur und Privatsphäre“ haben wir die Probleme mit Facebook, WhatsApp und Google geschildert und einige interessante Alternativen genannt. In diesem zweiten Teil möchten wir darauf eingehen, wie uns als re:Gaia-Team die zunehmende Internet-Zensur betrifft und welche Maßnahmen wir dagegen getroffen haben.

Die Woche hat damit begonnen, dass Facebook mehrere Seiten unangekündigt gelöscht hat. Viele davon hatten mehrere hunderttausend Followers. Einige davon sogar mehrere Millionen. Eine dieser Seiten wurde von einem US Air-Force Veteran betrieben, der im Einsatz beide Beine und seine rechte Hand verlor – also ein Invalider. Die Seite die er betrieb, hatte über drei Millionen Followers. Wir sind ja inzwischen schon einiges von Facebooks Willkür beim löschen/sperren von Menschen mit unerwünschten Meinung gewohnt. Was diesen Fall hier aber so besonders macht ist der Umstand, dass der Betreiber über die letzten Jahre mehr als 300.000 USD Dollar für Werbung auf Facebook bezahlt hat.

Es ist also davon auszugehen, dass die Inhalte der Seite jahrelang vom Facebook Team manuell überprüft wurden – eine Anforderung, wenn man auf Facebook gesponserte, also bezahlte Beiträge, bewerben möchte. Laut dem Betreiber wurde nicht ein einziger Beitrag seiner Seite je vom Facebook-Team beanstandet. Die eigentliche Frechheit ist hier aber, dass ein Mensch sich ein ehrliches online-Einkommen aufbaut um seine Familie zu ernähren, es Jahrelang pflegt, bezahlte Werbung schaltet um die Reichweite zu erhöhen und diese dann plötzlich und ohne Vorwarnung von Facebook grundlos gelöscht wird. Somit ist ein ganzes Geschäft und Einkommen von Heute auf Morgen weg, kaputt und ausradiert. Eine Situation, in die sich sicher keiner gerne begeben möchte.

Ironischerweise ist etwas ähnliches einem unserer Facebook-Admins der „Project re:Gaia“ Seite ebenfalls passiert. Nach dem teilen eines re:Gaia Connect Inserates und eines re:Gaia Blog-Posts wurde der Account ohne Vorwarnung von Facebook gesperrt. Glücklicherweise haben wir noch mehrere Admins die die Seiten und Gruppen betreuen. Wir müssen aber jeden Tag damit rechnen, dass unsere Accounts, Gruppen und Seiten von Facebook gelöscht werden. Aus diesem Grund bieten wir auch alternative Gruppen/Seiten auf lovestorm-people und anderen Medien an.

WhatsApp – eine Facebook Tochter, hat diese Woche hunderttausende WhatsApp Konten gesperrt. Das ist in sofern eine große Sache, als dass es sich bei WhatsApp um einen Messenger und keine öffentliche, soziale Plattform handelt. Benutzer haben nun also zu befürchten, dass nicht nur ihr Facebook-Konto sondern auch das WhatsApp Konto gesperrt werden. Kein Wunder also, dass WhatsApp Alternativen wie Signal so viel Zulauf erleben wie noch nie.

Zwar sind wir keine gewinnorientierte Organisation die einen finanziellen Schaden von Zensur tragen würde, allerdings hat jeder Content den wir generieren, sei es Videos, Blog Posts oder einfach nur Beiträge auf unseren Webseiten, einen Wert. Es erfordert Zeit und Arbeit Content zu generieren und logischerweise ist das Ziel, den Content so weit als möglich zu verbreiten und eine möglichst große Reichweite zu generieren. Wenn wir nun also aufwendig Content erstellen und wir nicht abschätzen können, ob und wann der Content willkürlich gelöscht wird, ist das für uns ein (geschäftliches) Risiko. Vereinfacht lässt es sich damit vergleichen, als ob man als Firmengründer sein Geschäft in einem Land aufbauen möchte, in dem der Staat jederzeit und willkürlich die Firma und alle Gewinne enteignen kann. (Randbemerkung: Deutschland liegt heute beim globalen Politischen-Stabilitäts-Index auf Platz 54; verglichen mit Platz 16 im Jahre 1996). Deswegen prüfen wir auch stetig neue Alternativen. Statt Youtube verwenden wir Vimeo. Allerdings haben wir auch schon komplett zensur-freie Plattformen wie Bitchute im Auge.

Neben der privaten Zensur der Sozialen Netzwerke kommt inzwischen auch die Staatliche Zensur offensichtlich wieder in Mode. Die Vergangenheit wiederholt sich eben doch so oft, bis wir es endlich lernen. Die neuen, äußerst umstrittenen EU Copyright Gesetze würden unsere Plattform nach ersten Einschätzungen auch betreffen. Wir wären gezwungen, alle Benutzer-Uploads zu moderieren und würden für mögliche Copyright-Verletzungen haftbar gemacht werden. Zudem wären wir gezwungen, vollständige Datensätze unserer Benutzer zu erheben um Regierungsorganisationen mögliche Ermittlungen zu erleichtern. Selbstverständlich ist das für uns absolut inakzeptabel. Wir beschränken uns bei allen unseren Plattformen auf die nötigsten Daten (Username, eMail, Passwort). Wir fördern aktiv Anonymität, Privatsphäre und einen freien Ideenaustausch.

Zu den neuen EU Copyright-Gesetzen kommt auch noch das leidige Thema „Hatespeech„. Ein Begriff, der nicht genau definiert ist und deswegen praktisch unbegrenzten Spielraum erlaubt, wenn es darum geht, ob Beiträge gelöscht werden müssen oder sogar strafbar sind. Das geht sogar so weit, dass die Britische Polizei dazu aufruft, nicht-strafbare, „offensive“ Inhalte wie Kommentare in Sozialen Medien, bei der Polizei zu melden [2].

Um diese Risiken zu minimieren, haben wir zum Beispiel schon in der Alpha-Phase der re:Gaia Connect Entwicklung unsere wichtigsten Server von den Niederlanden in die USA repliziert. (Dank Reverse-Proxy mit Geo-caching ist davon aber hinsichtlich der Geschwindigkeit wenig zu merken). Somit stellen wir sicher, dass unsere re:Gaia Projekte von der Willkür und Tyrannei der Internet-Monopole und Regierungen geschützt sind.

Wir empfehlen unseren Besuchern nachdrücklich, sich mit den Alternativen zu Facebook, Google, WhatsApp und Co. auseinanderzusetzen, sofern sie auch weiterhin auf eine breite Palette von Informationen und Ideen Zugriff haben möchten.

Freiheit, Zensur und Privatsphäre: De-Google & Co. (Teil 1)

Wir vom re:Gaia-Team legen besonderen Wert auf Privatsphäre, Datenschutz und das Recht auf freien, unzensierten Meinungsaustausch. Wir sind der Meinung, dass sich gute Ideen nur durch offene und ungehemmte Kommunikation vollständig entfalten können.

Viele Internetdienstleister sind allerdings einer inakzeptablen Sammelwut von Benutzerdaten sowie einer inzwischen großflächigen Zensur verfallen. Wir möchten uns deswegen im folgenden den möglichen Alternativen widmen und praktische Beispiele nennen, wie man sich wieder ein großes Stück Freiheit im Internet zurückholen kann.

Das Internet Heute: Soziale Netzwerke werden zensiert [2] [3], es wird mitgelesen, mitgehört und die Rechte an privatem Eigentum wie Bilder und Videos treten wir mit akzeptieren der AGBs ab. Messenger wie zum Beispiel WhatsApp lesen und hören Nachrichten mit, belauschen Gespräche über das Mikrofon und haben gelegentlich auch noch massive Probleme mit Datendiebstahl [2] [3]. Alle diese Dienste verkaufen und benutzen unsere Daten zu Werbezwecken. Mit den Suchmaschinen und den E-Mail Anbietern sieht es leider auch nicht besser aus. Selbst unsere Smartphones und Autos sind nicht mehr sicher vor der Datensammelwut der Giganten aus Silicon Valley. Einige machen nicht einmal mehr ein Geheimnis aus ihre Absichten (zumindest nicht-öffentlich).

Man hört davon, man liest davon, man weiß es. Aber irgendwie macht man immer weiter mit diesen Diensten. Erst nach mehreren Erlebnissen wie diesen haben wir verstanden, wie weit es in Wahrheit schon gekommen ist. Wir sprechen im Haus über einen Artikel und am nächsten Tag bekommen wir Werbung über genau diese Dinge über die wir am Vortag gesprochen haben. Das war für uns der Anlass, endlich zu verstehen das diese Dienste alles andere als gut für uns sind. Diese Eingriffe in unsere Privatsphäre sind einfach nicht mehr zumutbar.

Wir versuchen deswegen so gut es geht diese Firmen und ihre Produkte zu meiden. Dazu arbeiten wir auf allen reGaia Plattformen u.a. fast ausschließlich mit Open Source Software. Statt Google Maps setzen wir auf OpenStreetMaps. Google Mail haben wir durch privates Mail Hosting oder Protonmail ersetzt. Unsere Videos hosten wir primär auf Vimeo und wir prüfen gerade, auf welchen alternativen Plattformen wir unser Social Media Engagement sinnvoll ausweiten können.

Im folgenden haben wir eine Liste mit den uns bekannten und empfehlenswerten Alternativen aufgeführt. Weitere Informationen gibt es hier, hier und hier.

Social Media

  1. lovestorm-people: Privates & freies soziales Netzwerk mit Fokus auf positive Vibes
  2. Minds: Auf Krypto-basiertes, dezentralisiertes und zensurfreies Netzwerk
  3. Gab: Twitter alternative

Messenger

  1. Signal: WhatsApp alternative. Open Source und Fokus auf Verschlüsselung und Privatsphäre
  2. Proton Mail: Mail Hoster in der Schweiz (mit Schweizer Datenschutzgesetzen) mit einfacher Verschlüsselung

Suchmaschinen

  1. DuckDuckGo: Google alternative mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre. Zensurfrei
  2. Ecosia: Google Alternative, basierend auf Bing, die mit den generierten Werbeeinnahmen Bäume pflanzt

Webbrowser

  1. Brave: Browser mit Fokus auf Privatsphäre. Eingebauter Werbeblocker. Open Source
  2. ungoogle Chromium: eine Open Source Version von Google Chrome – ohne die Google Komponenten

Das war der erste Teil unserer „Freiheit, Zensur und Privatsphäre“ Reihe. Zum zweiten Teil geht es hier.

Blockchain, Kryptowährung und Nachhaltiges-Leben (Teil 1: Crashkurs)

Inzwischen sind die Begriffe „Blockchain“, „Kryptowährung“ und „Bitcoin“ auch im Mainstream angekommen und mit Hinblick auf ein nachhaltiges und unabhängiges Leben, möchte ich in diesem Beitrag die aktuelle Situation, Vision und Möglichkeiten beleuchten.

Krypto-Crashkurs

Für alle die nicht oder nicht ausreichend mit dem Thema vertraut sind, möchte ich kurz über die Begriffe und das Konzept gehen.

Begriffe:

  1. Kryptowährung: ein digitales Zahlungsmittel das auf Kryptographie (Verschlüsselung) basiert. In den meisten Fällen (wie z.B. Bitcoin) ist das Ziel ein freier, internationaler Zahlungsverkehr. Daneben stehen oft auch Anonymität und Dezentralisierung im Fokus.
  2. Bitcoin: Bitcoin ist die erste und bekannteste Kryptowährung. Bitcoins können auf diversen Plattformen gekauft und gehandelt werden. Es ist auch möglich, Bitcoins zu minen – günstigen Strom und die entsprechende Hardware vorausgesetzt. Bitcoin ist dezentral, das bedeutet, dass es keine Banken oder Vermittler gibt. Benutzer können sich beliebig und anonym Wallets (Geldbörsen) generieren und damit unbeschränkt ganze oder anteilige Bitcoins versenden und empfangen.
  3. Blockchain: Die Blockchain ist vereinfacht gesagt, ein Transaktionsprotokoll in dem Bitcoin Transaktionen öffentlich dokumentiert werden. Technisch gesehen handelt es sich um eine Datenbank in Form einer Datei in der all jemals getätigten Bitcoin-Transaktionen unwideruflich dokumentiert werden. Die Blockchain wird kontinuierlich zwischen Bitcoin-Nodes synchronisiert um sicherzustellen, dass alle Nodes die selben Informationen haben. Die Blockchain ist das Herz von Bitcoin und durch ihre Dezentralisierung praktisch nicht aus dem Internet zu löschen oder zu zensieren.
  4. Fiat-Währung: Fiat Währungen haben keinen Wert an sich sondern repräsentieren einen Wert oder den Anspruch darauf. Dazu zählen zum Beispiel der Euro oder der US-Dollar. Die meisten Fiat-Währungen sind nicht (mehr) durch materielle Werte wie zum Beispiel Gold gedeckt und können deswegen unbeschränkt Gedruckt und vermehrt werden.

Bei der Kryptowährung geht es im Kern also darum, ein Geldsystem zu schaffen, welches unabhängig von Regierungen und Banken ist. Es ist z.B. (praktisch) nicht möglich, Bitcoin-Transaktionen zu zensieren, blockieren und oftmals sogar die Sender/Empfänger zu identifizieren. Folglich bringen Kryptowährungen wie Bitcoins den Benutzern viel Freiheiten. Aus diesem Grund sind viele Regierungen und Banken zumindest skeptisch gegenüber Krypowährungen und führen gerne eine erleichterte Geldwäsche, Drogenschmuggel oder Terrorismus als Kritikpunkt gegen Kryptowährungen ein.

Die Geschichte des Geldes

Um die Zukunft zu verstehen ist es wichtig, die Vergangenheit zu kennen. Wir beginnen dazu vor etwa 10.000 Jahren, als die Menschen noch in Gruppen, Stämmen und Großfamilien gelebt haben. Damals gab es vermutlich noch keinen Bedarf an Geld, da sich die Menschen innerhalb der Stämme und Gruppen gut kannten und Menschen bekanntlich von Natur aus kooperativ sind. So wurden Waren und Dienstleistungen einfach untereinander getauscht.

Ein wichtiger Aspekt beim Tauschhandel ist das Vertrauen. In einer Gruppe von Menschen die vielleicht 50 bis 200 Individuen umfasst, funktioniert Vertrauen als Fundament recht gut. Die Gruppe korrigiert das Fehlverhalten von Individuen meisten selbständig durch Strafe, Boykott oder Ausschluss aus der Gruppe – was in diesen Zeiten den Tod bedeuten konnte.

Das Problem am Tauschhandel der auf Vertrauen basiert ist allerdings, dass das Konzept nicht skaliert. In kleinen Gruppen, in denen man die meisten Individuen entweder direkt oder über Freunde und Familie kennt, lässt sich die Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit von einzelnen Teilnehmern relativ leicht nachvollziehen. Bei einem Land mit mehreren Millionen Bürgern fällt das Konzept allerdings in sich zusammen.

An diesem Punkt – etwa vor 5000-6000 Jahren, zu Beginn der Bronzezeit – sind die ersten Münzen in der Geschichte der Menschheit aufgetaucht. Es ist davon auszugehen, dass die Menschen bereits davor ein Art Geldsystem hatten, welches auf Muscheln, Steinen und anderen – mehr oder weniger seltenen bzw. wertvollen – Objekten basierte. Das Geld hat also das Vertrauen in die Menschen durch das Vertrauen in die Währung ersetzt. Dieses System hat den Vorteil, dass Geld an sich leichter zu transportieren ist, nicht verdirbt und auch den Handeln von größeren Waren wie Grundstücke und Häuser zulässt. Es ist lediglich nötig, dass man sich auf einen Wert einigt und das Vertrauen in die Währung groß genug ist.

Um das zu erreichen, waren Währungen i.d.R. durch einen materiellen Wert wie zum Beispiel Gold gedeckt. Der Goldstandard wurde allerdings im 19. und 20. bei fast allen Währungen aufgehoben. Als der Goldstandard bestand, war das im Umlauf befindliche Geld durch Gold oder Silber gedeckt und die Münzen bzw. Scheine konnten bei jeder größeren Bank gegen den materiellen Wert (also Gold oder Silber) eingetauscht werden. Das ist mit dem aktuellen Geldsystem nicht mehr der Fall. Das hat zur Folge, dass Banken nun den Anspruch mehrfach vergeben können (Multiple Geldschöpfung).

Im Laufe der Menschheitsgeschichte sind viele Währungen gekommen und gegangen und in der heutigen Zeit haben sich der US Dollar, Euro, Britische Pfund, Yen und Renminbi als sogenannte Leitwährungen etabliert.

Die Zukunft von Geld

Betrachtet man nun also die Geschichte des Geldes, vom Tauschgeschäft über den Goldstandard bis zu heutigen Fiatwährungen, so ist die Frage, was die nächste logische Weiterentwicklung ist und welche Rolle Kryptowährungen dabei spielen. Dazu müssen die Vor- und Nachteile des aktuellen Systems mit den Alternativen verglichen werden:

Tausch Gold Fiat Krypto (Beispiel Bitcoin)
Transport Fall-gebunden Mittel Gut Gut
Konsumierbar Fall-gebunden Schlecht Schlecht Schlecht
Haltbarkeit Fall-gebunden Gut Gut Gut
Teilbarkeit Fall-gebunden Schlecht Gut Gut
Fälschungssicher Fall-gebunden Schlecht Schlecht Gut
Geschwindigkeit Fall-gebunden Schlecht Gut Gut
Einfachheit Fall-gebunden Schlecht Gut Gut
Seltenheitswert Fall-gebunden Gut Schlecht Gut
Vertrauen nötig Schlecht Mittel Schlecht Gut
Dezentralisiert Fall-gebunden Schlecht Schlecht Gut
Privatsphäre Gut Mittel Schlecht Gut
Regierungsunabhängigkeit Gut Mittel Schlecht Gut
Sicherheit gegen Verlust Schlecht Mittel Gut Schlecht

Obwohl es sich hier natürlich nur um eine stark vereinfachte Tabelle handelt, ist ein klarer Trend auszumachen und es ist deutlich, dass bei der Entwicklung von Kryptowährung die Probleme von Geld und Gold so gut als möglich gelöst werden sollten.

Ohne auf die ganze Liste im Detail einzugehen, möchte ich mich auf die für die Nachhaltigkeit entscheidenden Punkte konzentrieren. Seltenheitswert, das nötige Vertrauen, Dezentralisierung, Privatsphäre und die Unabhängigkeit von Regierungen sind aus meiner Sicht die „Killer“ Features von Kryptowährungen.

Seltenheitswert und das Vertrauen

Der Seltenheitswert gibt an, wie häufig oder selten ein Objekt verfügbar ist. Hier stehen sowohl Gold als auch Kryptowährung – in diesem Beispiel Bitcoin – besonders gut da. Gold ist eine natürliche Ressource mit physikalischen Limits. Laut Schätzungen, könnte man das gesamte globale Goldvorkommen in einem 20 mal 20 Meter Würfel unterbringen. Wie lange und wie viel Gold noch abgebaut werden kann ist nicht endgültig geklärt. Allerdings ist davon auszugehen, dass die natürlichen Goldvorkommen immer seltener und der Abbau teurer wird. Bei den meisten Kryptowährungen ist die Anzahl der maximalen Coins mathematisch begrenzt. Bei Bitcoin sind das ungefähr 21 Millionen Coins. Das ist das maximale Limit und mehr wird es in Zukunft nicht geben. Damit ist Bitcoin – genau wie Gold – im Gegensatz zu Papiergeld eine Deflationäre Währung deren Wert über die Zeit steigt. Kritiker führen zwar häufig an, dass Kryptowährung genau wie Fiatwährung nur auf dem Vertrauen der Verbraucher basiert, was grundsätzlich richtig ist. Allerdings liegt der Unterschied darin, dass bei Fiatwährungen das Vertrauen eigentlich gegen die Regierung und Banken gerichtet ist, während bei Kryptowährung das Vertrauen in die Mathematik der Kryptographischen Verfahren und damit in die Wissenschaft gesteckt wird.

Dezentralisierung, Privatsphäre und Unabhängigkeit

Die meisten Kryptowährungen sind offen und frei. Das bedeutet, dass der gesamte Quellcode sowie alle Konzepte angesehen, heruntergeladen und verändert werden können. Somit unterliegen die Entwicklungen der Kontrolle und Überwachung der Gemeinschaft. Jeder mit den nötigen Fähigkeiten kann zum Beispiel am Bitcoin Projekt mitwirken. Folglich gibt es auch keine zentrale Stelle die die Entwicklung behindern oder zensieren kann. Jeder kann einen Bitcoin Node (ein Server auf dem der Bitcoin Service läuft) betreiben und selber Bitcoins minen (komplexe kryptographische Berechnungen um an Bitcoins zu kommen).

Da jeder Mensch selbständig und einfach beliebig viele, (praktisch) anonyme Adressen generieren kann, bieten Kryptowährungen auch einen verbesserten Schutz der Privatsphäre. Manche Kryptowährungen sind sogar speziell für anonyme Transaktionen konzipiert. Das bedeutet so viel als das keine Zentrale Regulierung durch eine Regierung oder Bank stattfindet und somit per-se keine persönlichen Daten im Spiel sind. Ausnahmen bilden die Exit-Nodes, also die Punkte, an denen mit einer Kreditkarte oder per Überweisung Kryptowährungen erworben werden. Allerdings verkaufen viele ihre Kryptowährung auch einfach gegen Bargeld. Weiterhin findet keine Kontrolle statt. Transaktionen können also nicht zensiert oder blockiert werden. Im Regelfall sehr zum Ärger Finanz- und Ermittlungsbehörden.

Mit Hinblick auf das sinkende Vertauen der Verbraucher gegenüber den eigenen Regierungen und Währungen und dem wiederkehrenden Problem der Hyperinflation, scheinen Kryptowährungen die logische Evolution unseres Geldsystems zu sein.

Nachhaltigkeit

In Anbetracht der aktuellen Verschuldung der USA und der anhaltenden Eurokriese ist es angebracht, andere Alternativen im Blick zu behalten. Viele flüchten mit ihrem Ersparten in den Goldmarkt und/oder andere Währungen. Beide Schritte sind allerdings eher ein Rückschritt und die Vorteile von Kryptowährungen sind – trotz vieler Kritikpunkte – zu lukrativ, um sie als kurzen Trend abzutun. Auch wenn der Preis noch großen Schwankungen unterliegt, halten die technischen und sozialen Weiterentwicklungen kontinuierlich an.

Die große Frage ist also: wie geht es mit unserem Geld- und Wirtschaftssystem weiter und wie möchte man sich auf mögliche Veränderungen einstellen? Für viele Menschen, die eher einem alternativen Weg zugewandt sind, also abseits oder völlig isoliert von der Gesellschaft leben, ist der Tauschhandel bereits wieder lukrativer als die Verwendung von Geld. Dabei ist anzunehmen, dass es den meisten nicht einmal um das Konzept von Geld selbst geht, sondern um das damit verbundene Geldsystem mit Zinsen, Zinseszinsen und der Geldschöpfung. Als simplen Vergleich kann man sich also fragen, ob man aus Abneigung gegen Fossil- oder Nuklearenergie auf Strom verzichtet oder stattdessen lieber auf Regenerative Energien umsteigt.

Das war der Erste Teil dieser Reihe.

Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine Empfehlung zum Kauf oder einer Investition in Kryptowährung. Dieser Beitrag spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Authors zum Thema Kryptowährung wieder. Alle Beispiele für Kryptowährung in diesem Beitrag beziehen sich auf Bitcoin.

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