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Aussteiger, Backpacker, Veganer und Autark leben: Praktische Apps

Als Aussteiger und Reisender habe ich in in den letzten Jahren die ein oder andere interessante Android App gesehen und die, aus meiner Sicht sinnvollsten, möchte ich hier mit euch teilen. Viele der Apps sind gratis. Einige kosten ein paar Euros. Möglicherweise gibt es für andere Plattformen ähnliche Apps, darauf gehe ich hier aber nicht ein.

Auto, Camper, Wohnmobil und Verkehr

Blitzer.de PLUS: der Klassiker, wenn es darum geht, im In- und Ausland – besonders auf lange Reisen – sicher zu fahren. Die App warnt neben Stationären- und Mobilen Blitzern (in einigen Länder hat der Gesetzgeber ein Problem damit) auch vor Baustellen, Unfällen, Glatteis und anderen Gefahren.

OsmAnd — Offline Travel Maps & Navigation: kostenlose Google Maps Alternative mit offline Karten. Die App selber ist gratis und die ersten sechs offline Karten ebenfalls.

promobil Stellplatz-Radar: diese App enthält für Camper/Wohnmobile interessante Stellplätze im In- und Ausland. Viele davon sind kostenlos und echte Juwelen. Die online Funktion ist gratis, für die offline Version verlangt der Entwickler einen jährlichen Betrag.

Pflanzen, Pilze & Permakultur

Plantassoc – companion planting: besonders für diejenigen die einen Bio- oder Permakulturgarten pflegen ist diese kostenlose App interessant. Man kann eine Pflanzen auswählen und bekommt dann angezeigt, welche anderen Pflanzen daneben gepflanzt werden können (companion planting) bzw. welche Kombinationen vermieden werden sollten. So können sich die Pflanzen gegenseitig hinsichtlich Schädlingsabwehr und Nährstoffaustausch perfekt unterstützen.

Mushroom Identify – Automatic picture recognition: Gratis app die bei der Identifikation von Pilzen hilft.

PlantNet Plant Identification: App zum bestimmen von Pflanzen anhand der Blätter, Blüten und anderen Eigenschaften. Gut zum Sammeln von Kräutern und essbaren Wildpflanzen.

Vegetarisch & Vegan Essen

HappyCow: Als Vegetarier (und später Veganer) ist das definitiv einer meiner Lieblings Apps. Im Grunde handelt es sich um einen Restaurantführer für Veggy-freundliche Establishments wie Restaurants und Bio-Läden. Mit Umkreissuche und Routenplaner.

Vegan Passport: Ebenfalls für Veganer geeignet handelt es sich beim Vegan Passport um eine App, die auf allen erdenklichen Sprachen (einschließlich bildlich) die Vegane Ernährungsweise erklärt. So kann man sich sehr einfach auch im Ausland Kellnern und Köchen gegenüber artikulieren.

Kommunikation und Sprache

Duolingo: Der klassiker, wenn es darum geht neue Sprachen zu lernen. Im Gegensatz zu Babbel gefällt mir der spielerische Ansatz. Statt stur zu pauken, ist das Training wie kleine Spiele aufgebaut, was das ganze etwas kurzweiliger und motivierender macht.

Picture Dictionary: Eine kostenlose App die statt Wörtern Bilder verwendet. So kann man sich unabhängig von der Sprache zumindest grundlegend durchschlagen. Enthalten sind zum Beispiel Bilder für Notfälle, Essen, Verkehr etc.

Radio Online: Gratis App um internationale Radiosender via Internet zu hören. Damit eröffnen sich einem ganz neue Welten was Musik angeht. Zudem interessant, wenn man eine andere Sprache lernen und im Hintergrund die lokalen Sender hören möchte.

Privatsphäre und Sicherheit

Brave Browser: die meisten Webbrowser für Android kommen leider nicht mit einem Werbeblocker oder der Möglichkeit solche als Erweiterung hinzuzufügen. Brave kommt bereits von Haus aus mit einem Werbeblocker und weiteren nützlichen Funktionen zum Schutz der Privatsphäre. Da Brave auf Webkit basiert, verhält er sich fast identisch zu Googles Chrome.

SAFE: eine gratis App die das Handy schnell und einfach auf Sicherheitsprobleme untersucht und Empfehlungen zum Beheben gibt.

Sicherheit, Notfälle und Überleben

Medical ID (Free): In Case of Emergency: eine Art digitale Notfall-Karte. Man kann darin wichtige Informationen wie Adresse, Blutgruppe, Organspende-Status etc. eintragen. In einem Notfall können Ersthelfer darauf auch ohne PIN zugreifen. Sehr gut geeignet für Menschen die alleine verreisen.

SOS Emergency App: Ähnlich zur vorherigen App. Allerdings bietet diese App ergänze Funktionen wie zum Beispiel die automatische Benachrichtigung von Angehörigen. Es können sogar automatisch permanent GPS Koordinaten an einen Kontakt gesendet werden. Vor allem schätze ich an der App, dass sie das aktuelle Land erkennt und im Notfall sofort die lokalen Notrufnummern anzeigt.

WikiMed – Offline Medical Wikipedia: vereinfacht gesagt handelt es sich hierbei um ein offline Wikipedia für Medizinische Fragen. Sehr hilfreich, wenn man medizinische Probleme hat und sich abseits von Ärzten und Internet befindet.

Radioactivity Counter: hierbei handelt es sich um einen geigerzähler für Mobiltelefone der Alpha- und Betastrahlung erfassen kann (leider keine Gammastrahlung). Hierzu muß lediglich die Handy-Kamera mit einem schwarzen Isolierband abgeklebt und die App kalibriert werden.

Offline Survival Manual: ein kostenloses offline Überlebenshandbuch für die Hosentasche. Enthält hilfreiche Anleitungen zu Themen wie Navigation in der Wildnis, Feuer machen, Unterkünfte bauen etc.

Disaster Alert: diese App warnt vor Katastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Tsunamis uvm in Echtzeit.

 

Freiheit, Zensur und Privatsphäre: Facebook, WhatsApp & Co. (Teil 2)

Im ersten Teil unserer Blog-Reihe „Freiheit, Zensur und Privatsphäre“ haben wir die Probleme mit Facebook, WhatsApp und Google geschildert und einige interessante Alternativen genannt. In diesem zweiten Teil möchten wir darauf eingehen, wie uns als re:Gaia-Team die zunehmende Internet-Zensur betrifft und welche Maßnahmen wir dagegen getroffen haben.

Die Woche hat damit begonnen, dass Facebook mehrere Seiten unangekündigt gelöscht hat. Viele davon hatten mehrere hunderttausend Followers. Einige davon sogar mehrere Millionen. Eine dieser Seiten wurde von einem US Air-Force Veteran betrieben, der im Einsatz beide Beine und seine rechte Hand verlor – also ein Invalider. Die Seite die er betrieb, hatte über drei Millionen Followers. Wir sind ja inzwischen schon einiges von Facebooks Willkür beim löschen/sperren von Menschen mit unerwünschten Meinung gewohnt. Was diesen Fall hier aber so besonders macht ist der Umstand, dass der Betreiber über die letzten Jahre mehr als 300.000 USD Dollar für Werbung auf Facebook bezahlt hat.

Es ist also davon auszugehen, dass die Inhalte der Seite jahrelang vom Facebook Team manuell überprüft wurden – eine Anforderung, wenn man auf Facebook gesponserte, also bezahlte Beiträge, bewerben möchte. Laut dem Betreiber wurde nicht ein einziger Beitrag seiner Seite je vom Facebook-Team beanstandet. Die eigentliche Frechheit ist hier aber, dass ein Mensch sich ein ehrliches online-Einkommen aufbaut um seine Familie zu ernähren, es Jahrelang pflegt, bezahlte Werbung schaltet um die Reichweite zu erhöhen und diese dann plötzlich und ohne Vorwarnung von Facebook grundlos gelöscht wird. Somit ist ein ganzes Geschäft und Einkommen von Heute auf Morgen weg, kaputt und ausradiert. Eine Situation, in die sich sicher keiner gerne begeben möchte.

Ironischerweise ist etwas ähnliches einem unserer Facebook-Admins der „Project re:Gaia“ Seite ebenfalls passiert. Nach dem teilen eines re:Gaia Connect Inserates und eines re:Gaia Blog-Posts wurde der Account ohne Vorwarnung von Facebook gesperrt. Glücklicherweise haben wir noch mehrere Admins die die Seiten und Gruppen betreuen. Wir müssen aber jeden Tag damit rechnen, dass unsere Accounts, Gruppen und Seiten von Facebook gelöscht werden. Aus diesem Grund bieten wir auch alternative Gruppen/Seiten auf lovestorm-people und VK an.

WhatsApp – eine Facebook Tochter, hat diese Woche hunderttausende WhatsApp Konten gesperrt. Das ist in sofern eine große Sache, als dass es sich bei WhatsApp um einen Messenger und keine öffentliche, soziale Plattform handelt. Benutzer haben nun also zu befürchten, dass nicht nur ihr Facebook-Konto sondern auch das WhatsApp Konto gesperrt werden. Kein Wunder also, dass WhatsApp Alternativen wie Signal so viel Zulauf erleben wie noch nie.

Zwar sind wir keine gewinnorientierte Organisation die einen finanziellen Schaden von Zensur tragen würde, allerdings hat jeder Content den wir generieren, sei es Videos, Blog Posts oder einfach nur Beiträge auf unseren Webseiten, einen Wert. Es erfordert Zeit und Arbeit Content zu generieren und logischerweise ist das Ziel, den Content so weit als möglich zu verbreiten und eine möglichst große Reichweite zu generieren. Wenn wir nun also aufwendig Content erstellen und wir nicht abschätzen können, ob und wann der Content willkürlich gelöscht wird, ist das für uns ein (geschäftliches) Risiko. Vereinfacht lässt es sich damit vergleichen, als ob man als Firmengründer sein Geschäft in einem Land aufbauen möchte, in dem der Staat jederzeit und willkürlich die Firma und alle Gewinne enteignen kann. (Randbemerkung: Deutschland liegt heute beim globalen Politischen-Stabilitäts-Index auf Platz 54; verglichen mit Platz 16 im Jahre 1996). Deswegen prüfen wir auch stetig neue Alternativen. Statt Youtube verwenden wir Vimeo. Allerdings haben wir auch schon komplett zensur-freie Plattformen wie Bitchute im Auge.

Neben der privaten Zensur der Sozialen Netzwerke kommt inzwischen auch die Staatliche Zensur offensichtlich wieder in Mode. Die Vergangenheit wiederholt sich eben doch so oft, bis wir es endlich lernen. Die neuen, äußerst umstrittenen EU Copyright Gesetze würden unsere Plattform nach ersten Einschätzungen auch betreffen. Wir wären gezwungen, alle Benutzer-Uploads zu moderieren und würden für mögliche Copyright-Verletzungen haftbar gemacht werden. Zudem wären wir gezwungen, vollständige Datensätze unserer Benutzer zu erheben um Regierungsorganisationen mögliche Ermittlungen zu erleichtern. Selbstverständlich ist das für uns absolut inakzeptabel. Wir beschränken uns bei allen unseren Plattformen auf die nötigsten Daten (Username, eMail, Passwort). Wir fördern aktiv Anonymität, Privatsphäre und einen freien Ideenaustausch.

Zu den neuen EU Copyright-Gesetzen kommt auch noch das leidige Thema „Hatespeech„. Ein Begriff, der nicht genau definiert ist und deswegen praktisch unbegrenzten Spielraum erlaubt, wenn es darum geht, ob Beiträge gelöscht werden müssen oder sogar strafbar sind. Das geht sogar so weit, dass die Britische Polizei dazu aufruft, nicht-strafbare, „offensive“ Inhalte wie Kommentare in Sozialen Medien, bei der Polizei zu melden [2].

Um diese Risiken zu minimieren, haben wir zum Beispiel schon in der Alpha-Phase der re:Gaia Connect Entwicklung unsere wichtigsten Server von den Niederlanden in die USA repliziert. (Dank Reverse-Proxy mit Geo-caching ist davon aber hinsichtlich der Geschwindigkeit wenig zu merken). Somit stellen wir sicher, dass unsere re:Gaia Projekte von der Willkür und Tyrannei der Internet-Monopole und Regierungen geschützt sind.

Wir empfehlen unseren Besuchern nachdrücklich, sich mit den Alternativen zu Facebook, Google, WhatsApp und Co. auseinanderzusetzen, sofern sie auch weiterhin auf eine breite Palette von Informationen und Ideen Zugriff haben möchten.

Freiheit, Zensur und Privatsphäre: De-Google & Co. (Teil 1)

Wir vom re:Gaia-Team legen besonderen Wert auf Privatsphäre, Datenschutz und das Recht auf freien, unzensierten Meinungsaustausch. Wir sind der Meinung, dass sich gute Ideen nur durch offene und ungehemmte Kommunikation vollständig entfalten können.

Viele Internetdienstleister sind allerdings einer inakzeptablen Sammelwut von Benutzerdaten sowie einer inzwischen großflächigen Zensur verfallen. Wir möchten uns deswegen im folgenden den möglichen Alternativen widmen und praktische Beispiele nennen, wie man sich wieder ein großes Stück Freiheit im Internet zurückholen kann.

Das Internet Heute: Soziale Netzwerke werden zensiert [2] [3], es wird mitgelesen, mitgehört und die Rechte an privatem Eigentum wie Bilder und Videos treten wir mit akzeptieren der AGBs ab. Messenger wie zum Beispiel WhatsApp lesen und hören Nachrichten mit, belauschen Gespräche über das Mikrofon und haben gelegentlich auch noch massive Probleme mit Datendiebstahl [2] [3]. Alle diese Dienste verkaufen und benutzen unsere Daten zu Werbezwecken. Mit den Suchmaschinen und den E-Mail Anbietern sieht es leider auch nicht besser aus. Selbst unsere Smartphones und Autos sind nicht mehr sicher vor der Datensammelwut der Giganten aus Silicon Valley. Einige machen nicht einmal mehr ein Geheimnis aus ihre Absichten (zumindest nicht-öffentlich).

Man hört davon, man liest davon, man weiß es. Aber irgendwie macht man immer weiter mit diesen Diensten. Erst nach mehreren Erlebnissen wie diesen haben wir verstanden, wie weit es in Wahrheit schon gekommen ist. Wir sprechen im Haus über einen Artikel und am nächsten Tag bekommen wir Werbung über genau diese Dinge über die wir am Vortag gesprochen haben. Das war für uns der Anlass, endlich zu verstehen das diese Dienste alles andere als gut für uns sind. Diese Eingriffe in unsere Privatsphäre sind einfach nicht mehr zumutbar.

Wir versuchen deswegen so gut es geht diese Firmen und ihre Produkte zu meiden. Dazu arbeiten wir auf allen reGaia Plattformen u.a. fast ausschließlich mit Open Source Software. Statt Google Maps setzen wir auf OpenStreetMaps. Google Mail haben wir durch privates Mail Hosting oder Protonmail ersetzt. Unsere Videos hosten wir primär auf Vimeo und wir prüfen gerade, auf welchen alternativen Plattformen wir unser Social Media Engagement sinnvoll ausweiten können.

Im folgenden haben wir eine Liste mit den uns bekannten und empfehlenswerten Alternativen aufgeführt. Weitere Informationen gibt es hier, hier und hier.

Social Media

  1. autarkbook: Privates & freies soziales Netzwerk ohne Zensur und ohne politischen Hintergrund
  2. lovestorm-people: Privates & freies soziales Netzwerk mit Fokus auf positive Vibes
  3. vk: russisches äquivalent zu Facebook. Zensurfrei
  4. Minds: Auf Krypto-basiertes, dezentralisiertes und zensurfreies Netzwerk
  5. Gab: Twitter alternative

Messenger

  1. Signal: WhatsApp alternative. Open Source und Fokus auf Verschlüsselung und Privatsphäre
  2. Proton Mail: Mail Hoster in der Schweiz (mit Schweizer Datenschutzgesetzen) mit einfacher Verschlüsselung

Suchmaschinen

  1. DuckDuckGo: Google alternative mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre. Zensurfrei
  2. Escosia: Google Alternative, basierend auf Bing, die mit den generierten Werbeeinnahmen Bäume pflanzt

Webbrowser

  1. Brave: Browser mit Fokus auf Privatsphäre. Eingebauter Werbeblocker. Open Source
  2. ungoogle Chromium: eine Open Source Version von Google Chrome – ohne die Google Komponenten

Das war der erste Teil unserer „Freiheit, Zensur und Privatsphäre“ Reihe. Zum zweiten Teil geht es hier.